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Gründerserie : Wie Schüler zu Helden werden

Florian Borns, Gregory Grund, Jörg Schüler (von links) Bild: Claus Setzer

Ein Unternehmen aus Frankfurt hilft Kindern und Jugendlichen, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen. Die Gründer beweisen, dass auch Geisteswissenschaftler wirtschaftlich erfolgreiche Start-ups ins Leben rufen kölnnen.

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          Zwei Hauptgründe für das Scheitern junger Unternehmen gebe es, sagt Jörg Schüler. „Zerwürfnisse im Gründerteam oder fehlendes betriebswirtschaftliches Wissen.“ Schüler, 40 Jahre, hat zusammen mit Florian Borns, 41 Jahre, und Gregory Grund, 36 Jahre, in Frankfurt die Digitale Helden gemeinnützige GmbH und die Digitale Helden Plus GmbH gegründet. Und „ein Sauglück“ gehabt, wie er sagt. „Wir drei verstehen uns blind und arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen.“ Das gelte auch für das heikle Thema Geld. So hätten sie, je nach Möglichkeiten, unterschiedliche Summen in ihre Unternehmung gesteckt – und das sei für alle völlig in Ordnung gewesen.

          Lisa Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

          Schwierig hätte es auch beim zweiten Grund für ein Scheitern werden können, denn betriebswirtschaftliches Wissen brachte keiner mit: Schüler ist Medieninformatiker, Grund Erziehungswissenschaftler und Borns Historiker und Soziologe. Doch Kenntnisse zu Finanzierung, Rechtsformen und Unternehmensentwicklung eigneten sie sich selbst an. Und sie holten sich Unterstützung von außen. Besonders hilfreich sei gewesen, dass sie acht Monate Stipendiaten des Social Impact Lab in Frankfurt gewesen seien, sagt Schüler. Das sei eine Art „Coworking Space“ für junge Sozialunternehmen, in dem auch beraten und gecoacht werde.

          Das Hauptprodukt der Digitalen Helden ist ein Programm, mit dem Schüler der achten und neunten Klasse zu Mentoren für Schüler der sechsten und siebten Klasse ausgebildet werden; sie dürfen sich dann digitale Helden nennen und sind Ansprechpartner für die jüngeren Schüler, wenn es Fragen zur digitalen Kommunikation oder Schwierigkeiten damit gibt. Der Kurs vermittelt zum Beispiel, wie man mit den eigenen Daten und den Daten anderer richtig umgeht. Das Programm beginnt mit einem Präsenzseminar, in dem die Lehrer zu „Heldenbegleitern“ ausgebildet werden. Danach lernen sie ein Schuljahr lang mit ihren Schülern in einem Online-Kurs, entweder im Rahmen einer Schul-AG oder eines Wahlpflichtkurses.

          Die Politiker hatten offene Ohren

          Die Politik unterstützte das Angebot von Anfang an. So konnte man 2013 die damalige hessische Kultusministerin Nicola Beer (FDP) als Schirmherrin gewinnen, inzwischen hat ihr Nachfolger Alexander Lortz (CDU) dieses Amt übernommen. Auch in der Stadt Frankfurt stieß man direkt auf offene Ohren. Dort haben die Digitalen Helden 2013 an fünf Schulen begonnen, dort befinden sich nach wie vor die meisten Schulen, die das Mentorenprogramm einsetzen. Und das Frankfurter Museum für Kommunikation stellt den Digitalen Helden Räume für Veranstaltungen zur Verfügung.

          Die Begeisterung der Schulpolitiker über die Digitalen Helden verwundert nicht, stoßen sie doch in eine Lücke, denn an den allermeisten Schulen wird der Umgang mit den digitalen Medien nicht oder nur unzureichend vermittelt. Umfragen zeigen: Lehrer halten Medienkompetenz zwar für wichtig, können ihre Schüler aber nicht darin unterrichten. Und auch viele Eltern kennen sich nicht wirklich aus. Im laufenden Schuljahr setzen knapp 100 Schulen das Programm ein; meistens sind sie in Hessen. Die Digitalen Helden, die inzwischen sieben Mitarbeiter einschließlich der Gründer beschäftigen, wollen weiter wachsen, auch über Hessen hinaus. Einzelne Schulen in Bayern, Schleswig-Holstein und Hamburg sind schon Kunden. Etwa 800 Schüler sind derzeit als digitale Helden im Einsatz, mehr als 15 000 jüngere Schüler profitieren von ihren Kenntnissen.

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