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Deutschlands bester Online-Prof : Sendung mit der Mouse

  • -Aktualisiert am

Angenehm ist natürlich, dass man sich im Netz nicht outen muss als jemand, der sich etwas öfter erklären lassen muss als die anderen.
Genau. Der eine sagt, den Teil überspringe ich, weiß ich alles, während sich der andere zwei Stunden lang damit beschäftigt. Das führt übrigens zu einem interessanten Punkt: Lernen auf „Meisterschaft“, Mastery Learning. Das heißt: Jeder beherrscht hundert Prozent. Das ist an der Hochschule in Deutschland sehr schwierig zu erreichen. An der normalen Schule ist es noch schwieriger. Da hat man eine 4,0, wenn man fünfzig Prozent schafft, das reicht. Im nächsten Schuljahr allerdings merkt man, dass die fünfzig Prozent eben doch nicht reichen. Und bricht immer und immer weiter ein.

Weil es keine Möglichkeit gibt, die alten Lücken wieder zu füllen.
Und genau das könnte vorbei sein. Mit elektronischen Medien kann man desynchronisieren: Jeder ist da, wo er gerade ist. Das ist der nächste Schritt, nach dem Inverted Classroom.

Bleiben wir noch beim ersten Schritt: Was ist der Inverted Classroom?
Wir haben eben darüber gesprochen: Videos bearbeiten vor dem gemeinsamen Termin, für den diese die Diskussionsgrundlage sind. Der nächste Schritt wäre der Flipped Mastery Classroom. Das probieren jetzt einige: Man diskutiert nicht mehr mit allen gemeinsam, sondern in Arbeitsgruppen. Und jede dieser Gruppen ist thematisch da, wo sie eben gerade steht, unabhängig von den anderen.

Kann man Ihnen konkrete Fragen schicken, wenn man nicht mitkommt?
Am liebsten als Kommentar auf Youtube zu einem passenden Video. Auch ein Vorteil: Sie müssen nicht ewig suchen, um in Büchern die Antwort auf etwas zu finden, das sie nicht verstehen.

Beantworten Sie die Fragen selbst?
Bisher ja. Aber ich hoffe, dass sich die Leute die Fragen bald gegenseitig beantworten. Das wird auch bei den MOOCs versucht. Nur: Auch wenn man 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat, sind die nicht alle im Forum. Da sind vielleicht nur tausend drin, die meisten davon stumm.

Wie viele der Besucher beenden ein MOOC-Seminar erfolgreich?
So um die fünf Prozent kommen durch die Abschlussprüfung. Manchmal nur zwei Prozent. Zehn- bis hunderttausend melden sich an. Denn um überhaupt reinzugucken, muss man sich anmelden. Die Zahlen sind also mit Vorsicht zu genießen. Interessant ist, wie viele der Angemeldeten die erste Hausaufgabe machen. Von diesem Punkt aus ist die Abbrecherquote kein solches Drama mehr.

Wen erreicht man mit den MOOCs?
Viele, die schon Hochschulbildung haben: Bachelor, Master und Promotion. Je nach Kurs haben vielleicht nur zehn Prozent lediglich die Highschool absolviert oder keinen Highschool-Abschluss. Die meisten sind hingegen Erwachsene, die schon ansatzweise studiert haben. Leute, für die ein Fernstudium zu heftig wäre. Die wollen ein bestimmtes Thema durchackern, wären vielleicht zur Volkshochschule gegangen, wenn sie Zeit hätten, oder wollen lernen, wie man bestimmte intelligente Schaltkreise prüft oder 3-D-Grafik programmiert. Die arbeiten vernünftig mit; dann klappt es auch gut.

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