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Drohende Ausweisung : Deutsche Studierende in Amerika bitten Bundesregierung um Hilfe

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Der Traum auch vieler deutscher Studierenden: Ein Platz an der Elite-Universität in Harvard. Bild: AFP

Wenn ihre Universitäten im Wintersemester wegen der Corona-Pandemie ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssen ausländische Studierende die Vereinigten Staaten verlassen, plant die amerikanische Regierung. Deutsche Studierende wollen das nicht hinnehmen.

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          Wegen der drohenden Ausweisung ausländischer Studierender aus den Vereinigten Staaten bitten deutsche Studenten die Bundesregierung um Unterstützung. „Wir zählen auf Ihre Rückendeckung“, heißt es in einem von knapp 100 derzeitigen, künftigen und früheren deutschen Studenten in den Vereinigten Staaten unterzeichneten Brief, der an Bundesaußenminister Heiko Maas, an Botschafterin Emily Haber in Washington und an Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag adressiert ist.

          Die amerikanische Einwanderungsbehörde ICE hatte am vergangenen Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an amerikanischen Universitäten, die im Wintersemester wegen der Corona-Pandemie ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln. Ausländern, die ihr Studium an einer von Herbst an ausschließlich online lehrenden Hochschule aufnehmen wollten, werde die Einreise nicht gestattet.

          1,1 Millionen Ausländer studieren in Amerika

          Unter anderem die Elite-Universität Harvard hat angekündigt, im Wintersemester nur Online-Vorlesungen abzuhalten. Die Hochschule geht gemeinsam mit der Elite-Universität MIT juristisch gegen die geplante Regelung der Regierung von Präsident Donald Trump vor. Nach Angaben des Instituts für Internationale Bildung (IIE) studierten 2018/2019 knapp 1,1 Millionen Ausländer in den Vereinigten Staaten, darunter fast 9200 Deutsche.

          In dem Schreiben wird die Bundesregierung gebeten, „im Sinne der europäischen und internationalen Studierendenschaft in den Vereinigten Staaten den jüngsten Visabestimmungen der Regierung entschieden entgegenzutreten“. Viele Studenten bangten nicht nur um ihre eigenen Studienaufenthalte. „Wir sehen hier auch einen folgenschweren Angriff auf den internationalen akademischen Austausch und Wissenstransfer sowie die Freiheit von Lehre und Forschung.“

          In dem Brief wird kritisiert, die Regierung von Präsident Donald Trump baue mit der Maßnahme „Druck auf Universitäten auf, Unterricht in Person abzuhalten, auch wenn dies unter Gesichtspunkten der aktuellen pandemischen Entwicklung vor Ort nicht ratsam erscheint. Im Kontext einer verstärkt fremdenfeindlichen Einwanderungspolitik sind mit den geänderten Visabestimmungen nun auch ausländische Studierende und Promovierende aus aller Welt massiv betroffen.“

          Die Unterzeichnenden verweisen darauf, dass ein reibungsloser Übergang ins Onlinestudium aus Deutschland heraus für viele nicht ohne weitreichende Komplikationen machbar sei. „Wer – teilweise in Begleitung von Angehörigen – einen mehrjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten absolviert oder plant, und hierfür seinen oder ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland temporär aufgegeben hat, steht vor existenziellen Fragen.“

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