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Reform des Medizinstudiums : Therapie ohne Diagnose

  • -Aktualisiert am

Das Medizinstudium soll näher an die Praxis Bild: Picture-Alliance

Der Reformplan zur ärztlichen Approbation ist das Werk praxisfremder Bürokraten. Er würde das Studium verteuern und verflachen. Ein Gastbeitrag.

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          Reden wir doch mal vom Geld. Die Ausbildung eines Arztes kostet, nach den Empfehlungen der Expertenkommission des Wissenschaftsrates zum Masterplan 2020, 180.544 Euro pro approbiertem Absolventen des Studiums der Humanmedizin. Die Steuerzahler, wir alle also, finanzieren den Geldstrom, der – aus den Kassen der jeweiligen Bundesländer, die die Universitäten finanzieren – durch das System der Ärzteausbildung fließt. Momentan sind das, bei jährlich etwa 11.000 Studienplätzen der Humanmedizin in Deutschland, knapp zwei Milliarden Euro im Jahr. Das könnte jetzt um zwanzig Prozent teurer werden, also gut 210.000 Euro pro Arzt und knapp 2,4 Milliarden per annum.

          Es sei, so meint die Politik, Zeit für einen Wechsel in der Ausbildung der Ärzte. Alles soll besser werden, wohlgemerkt, ohne dass man der gegenwärtigen Ausbildung nachsagen könnte, dass sie unzulänglich sei. Und ohne dass man genau sagen könnte, woran sie denn – wenn man sie schon kurieren will – krankt. Es steht uns also, was gut ausgebildete Ärzte in der Regel nicht machen, eine Therapie ohne Diagnose bevor, und das Therapeutikum wird vom Bundesgesundheitsministerium als „Referentenentwurf zur Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung“ geliefert. Und der, würde er umgesetzt, kostet. Aber nicht nur Geld.

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