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Qatar-Airways-Chef : Herausfordernde Positionen – „natürlich“ nur für Männer?

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Klassische Rollenverteilung: Akbar al-Baker inmitten von Flugbegleiterinnen Bild: Reuters

Was für eine Aussage des Qatar-Airways-Chefs: „Natürlich muss die Gesellschaft von einem Mann geleitet werden, weil dies eine sehr herausfordernde Position ist“, sagte er vor Journalisten. Das Zitat macht Furore.

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          Die Frau ist Stewardess, der Mann Pilot oder gar Vorstandsvorsitzender einer Fluggesellschaft. So sieht die traditionelle Aufgabenteilung in der Luftfahrt aus. Und ganz in diesem Sinne hat sich Akbar al-Baker, Chef der Gesellschaft Qatar Airways, geäußert – ausgerechnet auf der Jahrestagung des Weltluftfahrtverbands Iata in Sydney, auf der er die Leitung des Aufsichtsgremiums des Verbands übernommen hatte. Über Qatar Airways sagte er vor Journalisten: „Natürlich muss die Gesellschaft von einem Mann geleitet werden, weil dies eine sehr herausfordernde Position ist.“

          Es folgte eine Welle der Empörung, al-Baker ruderte mehrfach zurück. Die Wogen glättete das nur zum Teil. Die Iata gilt als großer „Boys-Club“, was zunehmend auch intern kritisch gesehen wird. Für Gesprächsstoff sorgte daher schon, dass sich in Sydney zum Gruppenfoto der Iata-Führung 25 Herren versammelten, aber nur eine Frau. Christine Ourmières-Widener, Chefin der britischen Flybe, saß für die Aufnahme ganz am Rand.

          Dem Verband waren die Äußerungen al-Bakers wohl unangenehm. Die Iata veröffentlichte im Internet einen Beitrag, in dem Generaldirektor Alexandre de Juniac einräumte, die Luftfahrt habe mit Blick auf das Geschlechterverhältnis in Führungspositionen noch viel Arbeit vor sich. Al-Baker lieferte über die Nachrichtenagentur Bloomberg seine Klarstellung. Er habe nicht über Beschäftigte insgesamt gesprochen, sondern sich auf einen Posten bezogen. „Es wäre mir eine Freude, einen weiblichen Kandidaten zu haben, den ich entwickeln könnte, Chef nach mir zu werden“, fügte er an. Eine „aufrichtige Entschuldigung“ folgte erst später. Während einer Konferenz sagte al-Baker dann, er habe nur einen „Witz“ gemacht. Alle hätten gelacht. „Ich dachte, damit sei die Geschichte beendet.“ Im Jahr 2019 soll den für ein Jahr vergebenen Iata-Posten der Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr übernehmen. Im Konzernvorstand dort ist einer von fünf Posten mit einer Frau besetzt: Das Personalressort führt Bettina Volkens.

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