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Duden-Rechtschreibung : Von wegen amtlich

  • -Aktualisiert am

Der Duden und die deutsche Sprache: Eine nicht immer innige Beziehung Bild: dpa

Der Duden folgt oft nicht mehr offiziellen Regelungen – sondern weicht viel zu häufig davon ab und pflegt eine eigene Duden-Schreibung. Das engt seine Brauchbarkeit ein. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Viele europäische Sprachen sind in ihrem öffentlichen Gebrauch durch vom Staat sanktionierte Sprachnormen geregelt. Das Deutsche hatte niemals eine derartige Norm, schon weil es de facto seit Jahrhunderten und seit 1806 (Ende des Heiligen Römischen Reiches) auch de jure keine staatliche Überdachung des Sprachgebiets gab. Daran änderte auch die Reichsgründung von 1871 nichts, denn um die 24 Millionen Sprecher des Deutschen lebten außerhalb der Reichsgrenzen. Das Bismarckreich betrieb durchaus eine aktive Sprachpolitik.

          Man vereinheitlichte und verdeutschte eine Reihe von Fachwortschätzen, kümmerte sich um eine gemeinsame Rechtssprache und stärkte den muttersprachlichen Schulunterricht. Zur Gründung einer Sprachakademie kam es nicht. Die Bemühungen um eine verbindliche Orthographie hatten erst spät Erfolg. Neben einer Verständigung über die Schulorthographie kommt dem Wörterbuch von Konrad Duden, das erstmals im Jahr 1880 erschienen war, überragende Bedeutung zu. Seit der II. Orthographischen Konferenz von 1901 war die amtliche Regelung beschlossene Sache. Sie wurde von Österreich und der Schweiz übernommen, und auch später gab es Abstimmungen, nicht aber ein geregeltes Verfahren. Die amtliche Regelung von 1901 überlebte bis zur Neuregelung der Orthographie von 1996 (der sogenannten Orthografiereform).

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