https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/der-antisemitismus-der-postkolonialen-theorie-die-kontinuitaet-des-kolonialen-blicks-18328667.html

Postkolonialismus : Der Antisemitismus der postkolonialen Theorie

  • -Aktualisiert am

Der Spuk ist zu Ende: Das mit antisemitischen Motiven bestückte Banner „People’s Justice“ (2002) des indonesischen Künstler­kollektivs Taring Padi wird abgewickelt. Bild: dpa

Die Documenta 15 wurde nicht zufällig zum Festival des Antisemitismus. Obsessiver Hass auf Israel begleitet die postkolonialen Studien schon seit ihren Anfängen. Ein Gastbeitrag.

          8 Min.

          Keiner war dabei, und niemand hat’s gesehen. Das ist das Motto des Antisemitismusskandals der Documenta 15. Das Kasseler Bündnis gegen Antisemitismus hatte zwar schon im Januar darauf hingewiesen, dass Mitglieder der Kuratorengruppe und der künstlerischen Leitung der Israel-Boykottbewegung BDS nahestehen, die vom Bundestag als antisemitisch eingeschätzt wird. Auch die schon früh geäußerten Bedenken des Zentralrats der Juden in Deutschland wurden von den politisch Verantwortlichen in Kassel, Wiesbaden und Berlin nicht ernst genommen. Seine Stimme wird in der öffentlichen Debatte immer weniger beachtet. Auch das ist spätestens seit der Mbembe-Debatte 2019 eine Tendenz.

          Doch nicht erst die Nähe zur BDS-Bewegung, sondern schon die überdeterminierte Berufung auf den Postkolonialismus hätte stutzig machen können. Das heißt nicht, dass die postkoloniale Theorie per se antisemitisch ist. Ihr kommen große Verdienste zu. Die Postcolonial Studies haben die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte, den Verbrechen und dem Nachleben des Kolonialismus befördert. Zugleich haben sie dazu beigetragen, dass Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika im Westen stärker beachtet wird.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Toyotas Modelle und Visionen : Nichts ist unmöglich

          Toyota ist jetzt die Nummer zwei auf dem europäischen Markt und will viel bewegen. Sechs neue E-Autos sollen bis 2026 kommen. Und Toyotas Luxusmarke Lexus arbeitet ernsthaft an einem manuell zu bedienenden Schaltgetriebe fürs Elektroauto.
          „Helden Russlands“: Putin stößt mit Soldaten nach ihrer Auszeichnung am 08. Dezember 2022 im Kreml an.

          Russlands Ukrainekrieg : Prosit für Putin

          Moskaus Gerichte verurteilen einen Oppositionellen nach dem anderen. Und Russlands Präsident verleiht Auszeichnungen wie am Fließband. Weiterhin behauptet der Kreml, auf dem einzig richtigen Kurs zu sein.