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: Das Interesse hält nur fünf Minuten an

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Nicht immer gelingt das: Wer von der fremd gewordenen Heimat oder der ungewohnten Enge im Beruf enttäuscht ist, sucht sich schnell den nächsten Posten im Ausland. Und so springen einige „Expats“, wie sie sich familiär nennen, von einem Auslandsengagement zum nächsten. Denn oft tun sich gerade die, die in fremden Ländern gut zurechtkommen, mit der Heimat schwer. Die Offenheit und die Fähigkeit, auf andere einzugehen, bringen sie nicht mit nach Deutschland zurück. „In dem Moment, wo es nach Hause geht, schnappen die alten Erwartungen zu: Heimat ist Heimat“, sagt Christine Postl.

„Bereiten Sie sich auf Ihre Rückkehr vom Tag der Abreise an vor“, lautet ein verbreiteter Rat von Coaches und Beratern. Doch am Auslandsmitarbeiter alleine liegt es nicht, das Unternehmen kann zur gelungenen Rückkehr mindestens ebensoviel beitragen. Bei Bosch zum Beispiel hat man erkannt, daß auch das Unternehmen von einer sorgfältigen Betreuung des Auslandsmitarbeiters profitiert. „Aus den Augen - aus dem Sinn“ soll es beim Stuttgarter Unternehmen nicht mehr geben. Rund 1000 Mitarbeiter aus Deutschland sind derzeit für länger als 18 Monate im Auslandseinsatz - jedem von ihnen ist ein Mentor in der Heimat zugeordnet.

Vorbereitung und die Betreuung

Mindestens einmal im Jahr treffen sich die beiden persönlich. Für den Kontakt zwischen Entsandten und dem Heimatunternehmen gehen nicht nur die Auslandsmitarbeiter auf Reisen. Auch Mitarbeiter der Personalabteilung reisen ins Ausland, um in verschiedenen Ländern bei den Kollegen vorbeizuschauen. Solcher Aufwand ist nicht billig: Ein gut betreuter Expatriate gilt in Unternehmen als teuerster Mitarbeiter.

Auch der Auslandsmitarbeiter sieht seine Auslandsjahre meist als Investition - in die Karriere. Die Hoffnung auf einen Aufstieg nach der Rückkehr ist groß. „Die Mitarbeiter haben in der Regel im Ausland mehr Verantwortung als auf ihrer Position im Inland. Bei der Rückkehr erwarten manche dann eine gleich große oder noch größere Verantwortung“, sagt Manfred Fröhlecke, Personalreferent für Führungskräfte bei Bosch. Das sei nicht immer realistisch und enttäusche den Mitarbeiter. Auch wenn manche Rückkehrer zu schnell zu viel wollen: Auch der Arbeitgeber sieht den Auslandsaufenthalt als unverzichtbaren Karrierebaustein.

Bei Bosch ist die Auslandstätigkeit Voraussetzung für höhere Führungsaufgaben: „Wir erwarten, daß der Mitarbeiter diese interkulturelle Erfahrung gemacht hat“, sagt Fröhlecke. Rund 300 „Expatriates“ kehren bei Bosch jedes Jahr vom Auslandseinsatz nach Deutschland zurück. Nur eine Minderheit braucht die Seminare und Workshops, die der Arbeitgeber je nach Bedarf einsetzt. Sie sind nach Ansicht Fröhleckes nur ein Hilfsmittel: „Die Vorbereitung und die Betreuung des Entsandten sind das Entscheidende für ein Gelingen der Rückkehr. Die Seminare sind ein Zusatzangebot.“

„Ich habe viel dazugelernt“

Für den erfolgreichen Verlauf der Rückkehr hat das Beratungsunternehmen ECA International eine Checkliste für Unternehmen zusammengestellt. Das Mentoring gehört dazu, ein gründliches Erwartungsmanagement und der Heimaturlaub, der nicht nur im Interesse des „Expatriates“ liegt: „Einmal im Jahr sollten die Auslandsmitarbeiter in ihr Heimatland zurückkehren - und die Unternehmen sollten sie dazu verpflichten“, sagt Ian Mann. Damit schützt sich auch der Arbeitgeber davor, in seine teuersten Mitarbeiter vergeblich investiert zu haben.

Doch in vielen Unternehmen liegen Theorie und Praxis weit auseinander. Für den anonymen Heimkehrer aus den Vereinigten Staaten war der Wiederbeginn in Deutschland ein beruflicher Abstieg - trotz regelmäßiger Besuche im Heimatunternehmen. Das Unternehmen hatte kein Konzept zur Wiedereingliederung von Expatriates und keine geeignete Stelle für ihn. Enttäuscht stellt er fest, daß er sich aufs Abstellgleis geschoben fühlt. Keiner fragt nach seinen Erfahrungen. Ein Verlust für beide Seiten: „Ich habe mich eingebracht, viel dazugelernt, und jetzt bringe ich neues Wissen mit, das das Unternehmen nicht nutzt.“ Er befindet sich auf Stellensuche.

Ausbleiben des erhofften Karrieresprungs, Gleichgültigkeit der alten Bekannten, Eingewöhnungsschwierigkeiten der Familie - die Probleme sind zahlreich, vielleicht in ihrem Ausmaß aber auch typisch deutsch. Denn nicht überall nehme man die Rückkehr so schwer wie in Deutschland, lautet die Erfahrung von Christine Postl von Berlitz: „Franzosen gehen immer wieder gerne nach Hause, Italiener auch. Dort ist man wohl einfach heimatverliebter.“

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