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Archiv der bedrohten Sprachen : Refugium der Sprachvielfalt

  • -Aktualisiert am

Sorbische Mädchen im sächsischen Crostwitz beim Fronleichnams-Gottesdienst. Auch die sorbische Sprachfamilie ist im Schrumpfen. Bild: dpa

Viele der 6500 Sprachen der Welt sind vom Aussterben bedroht. Das Archiv der bedrohten Sprachen dokumentiert sie. An der Berlin-Brandenburgischen Akademie hat es eine Heimat gefunden. Die Ziele sind ambitioniert.

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          Sixto Muñoz sitzt auf einer Bank im Hof seines Hauses vor einer Videokamera und erzählt von den traditionellen Festen und Musikinstrumenten seiner Jugend. Der alte Mann spricht Tinigua, eine Sprache, die in einer abgeschiedenen Berggegend Kolumbiens beheimatet ist. Sixto Muñoz ist der Letzte, der diese Sprache noch beherrscht. Nach seinem Tod wird sie nur noch konserviert in diesen Aufnahmen existieren. Aber immerhin gerät sie nicht in Vergessenheit: Man kann die Videos im digitalen Archiv der gefährdeten Sprachen (Endangered Languages Archive ELAR) abrufen, wo sie zusammen mit Aufnahmen und Beschreibungen von mehr als fünfhundert weiteren Sprachen gespeichert sind (www.elararchive.org).

          Es sind Zeugnisse, in denen sich die ganze Vielfalt menschlicher Sprach-, Denk- und Lebenswelten spiegelt. Sie zu dokumentieren wird immer notwendiger, denn im Gefolge von Globalisierung und Urbanisierung geben immer mehr Gemeinschaften ihre Muttersprachen zugunsten überregionaler Verkehrssprachen auf. Von den etwa 6500 Sprachen der Welt, so warnen Linguisten, sei mindestens die Hälfte vom Aussterben bedroht.

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