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Traumatherapeut über Corona : Seelenretter in der Krise

Mit Abstand und festgelegten Verkehrsrichtungen durch den Corona-Alltag: Eine ältere Frau steigt in Hamburg die Treppen einer U-Bahn-Station hinab. Das Leben in der Pandemie stellt für viele Menschen auch psychologisch eine Herausforderung dar. Bild: dpa

Der Psychologe Georg Pieper ist auf Krisenintervention spezialisiert. Neben den Opfern von Katastrophen oder traumatisierten Soldaten kommen neuerdings auch Menschen zu ihm, die unter der Corona-Pandemie leiden.

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          Wer als Therapeut regelmäßig in die Seele eines Menschen blickt, ist an den Umgang mit persönlichen Krisen gewöhnt. Besonders dann, wenn er sich mit der Behandlung von traumatischen Erlebnissen befasst. Doch was Therapeut Georg Pieper gegenwärtig als Folge der Corona-Pandemie wahrnimmt, ist auch für ihn die Ausnahme im Tagesgeschäft: „Die aktuelle Situation lässt sich nicht einordnen in bekannte Muster, mit denen sich tragische Ereignisse wie Terroranschläge oder Naturkatastrophen erfassen und behandeln lassen“.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Pieper ist ein Trauma „eine Art dauerhafter Schockzustand“. Weil der Kampf gegen die Pandemie meist mit Quarantäne und Kontaktsperren verbunden ist, verschärft der Wegfall von sozialen Bindungen dabei den seelischen Stress. Nicht von ungefähr lösen Pandemien nach seiner Ansicht die Urängste der Menschen aus. Anders als etwa bei einem Amoklauf, in dem Täter oder der Verlauf einer Tat einer breiten Öffentlichkeit bekannt werden, bleibt die Bedrohung durch das Virus stets abstrakt – also unsichtbar und unheimlich.

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