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Chinaforschung : Gegen das moralische Kreuzrittertum

  • -Aktualisiert am

Der Zukunft zugewandt: die Binhai-Bibliothek in Tianjin Bild: Getty

Chinaforschung ist kein politischer Aktivismus. Um sich den Weg zur Erkenntnis offen zu halten, muss sie taktische Zugeständnisse machen. Das hat mit Konformismus nichts zu tun. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Die Frage nach der Vermittlung von mehr Chinakompetenz an den Universitäten ist angesichts der rasanten Bedeutungszunahme der Volksrepublik China in der Weltwirtschaft und internationalen Politik seit geraumer Zeit ein brennendes Thema in den Medien und zunehmend auch in der deutschen Hochschulpolitik. Die Debatte ist längst verkoppelt mit einem medialen Angriff auf jene „Chinaversteher“ innerhalb der deutschen Sinologenzunft, die angeblich nicht die Kompetenzen generieren, die für eine sachgerechte Auseinandersetzung mit dem autoritären China der Gegenwart notwendig sind.

          Die deutschen Sinologen und Sinologinnen, so argumentieren Journalisten und einige Chinawissenschaftler, hätten noch gar nicht begriffen, mit welcher Gefahr sie es zu tun hätten. Aus Naivität, plumpem Opportunismus oder aufgrund von Einschüchterung ignorierten oder verharmlosten sie Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik und die, angeblich zunehmend erfolgreichen, Bemühungen des KP-Regimes, die deutschen Universitäten zu unterwandern.

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