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„Cancel Culture“ an den Unis : Worüber man nicht spricht

  • -Aktualisiert am

Protest gegen eine Kopftuch-Konferenz an der Universität Frankfurt im Mai 2019. Zuvor war die Entlassung der veranstaltenden Professorin gefordert worden. Bild: Wonge Bergmann

Die wachsende Zahl an Ausladungen und Sprechverboten an den Hochschulen zeigt nur die Spitze der Intoleranz. Die „Cancel Culture“ trifft die Wissenschaft im Kern. Ein Gastbeitrag.

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          Wenn heute eine nicht unbeträchtliche Zahl von Wissenschaftlern der Ansicht ist, in einem Klima zu leben, das die Freiheit der Wissenschaft bedroht, wird ihnen oft entgegengehalten: Von wem soll denn eine solche Bedrohung ausgehen? Man kann bei uns doch alles sagen! Es wird ihnen unterstellt, dass sie sich weinerlich nach den guten alten Zeiten sehnten, die es so nie gegeben habe, dass sie keine Kritik an ihrer Forschung ertrügen und sich als alte weiße Männer an ihren Privilegien festkrallten, die sie durch die neuen Zeiten in Gefahr sähen.

          Schon der letzte Vorwurf, der im Übrigen die alten weißen Frauen durch Nichtbeachtung diskriminiert, zeigt aber, dass es in diesem Meinungskampf um Ideologie geht. Was hat Wissenschaft mit dem Geschlecht und Alter ihrer Akteure zu tun? Früher hätte man den Spruch über die „alten weißen Männer“ schlicht als dumm abgetan. Heute ist er geradezu in den Rang eines Arguments erhoben, obwohl er genau den Rassismus transportiert, den er zu bekämpfen vorgibt. Aber auch die anderen Unterstellungen sind dazu angetan, von der Sache abzulenken. Denn sie beruhen auf der Spekulation über Motive, statt sich mit dem behaupteten Sachverhalt auseinanderzusetzen.

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