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Winteruniversität : Morgens Marketing, abends Eislaufen

  • Aktualisiert am

Die Hochschule Darmstadt Bild: Cornelia Sick

Sommeruniversitäten sind bekannt. Aber in Darmstadt ist gerade das Pendant zur kalten Jahreszeit zu Ende gegangen: Die „International Winter University“. Eindrücke von Teilnehmern.

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          Die deutschen Studenten sollten für ihre geringen Semesterbeiträge dankbar sein, meint Jacob Fager. In den Vereinigten Staaten sei das Studium sehr teuer, man müsse sich dort oft verschulden. Die 1990 Euro für die Teilnahme an der „International Winter University“ muss Fager zu seinem Glück jedoch nicht zahlen. Seine Kommilitonin Mary McCarron und er haben über ihr Maschinenbau-Studium in Massachusetts ein Stipendium erhalten, das sämtliche Kosten des Aufenthalts in Deutschland deckt.

          Jacob Fager, 19, aus Massachusetts

          Fager und McCarron sind zwei von 13 Studenten aus Indonesien, Russland, Singapur, Australien und den Vereinigten Staaten, die die erste „Winter University“ der Hochschule Darmstadt absolviert haben, die vor wenigen Tagen endete. Mit Austauschprogrammen, Partnerschaften und „Summer Universities“ versuchen viele deutsche Hochschulen, sich bei Forschern und Studierenden über Europa hinaus bekannt zu machen. Auch die Hochschule Darmstadt bietet im Juli und August wieder ihre „International Summer University“ an. Mit der „Winter University“ hat sie nun ihr Programm für ausländische Gäste erweitert.

          In den fast drei Wochen besuchten deren Teilnehmer vormittags einen Deutschkurs und nachmittags englischsprachige Seminare zu den Themen „International Marketing and Sales“ oder „Mechanical Engineering in Modern Power Plants“. Abends konnten die Teilnehmer zusammen kochen, eislaufen oder sich Filme ansehen. Auch Karaoke im Irish Pub stand auf dem Plan. An den Wochenenden bot die Hochschule freiwillige Ausflüge nach Düsseldorf, Wetzlar und Wiesbaden an, um Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Auch der Düsseldorfer Flughafen, der Hessische Landtag, die Esa in Darmstadt und das Frankfurter Heizkraftwerk West konnten besichtigt werden.

          Noch nie von Darmstadt gehört

          Von Darmstadt hatten die meisten Studenten vor ihrer Bewerbung für die „Winter University“ noch nicht gehört. Viele waren zum ersten Mal in Deutschland, etwa Yaritza Mendez. Die Management-Studentin aus Massachusetts freute sich, eine neue Kultur kennenzulernen und zu sehen, wie man Marketing an deutschen Hochschulen unterrichtet. Zuerst wollte sie zur „Winter University“ nach Fulda. Darmstadt habe dann jedoch besser in den Zeitplan ihres Studiums gepasst.

          Mary McCarron, 20, aus Massachusetts

          Auch Fager und McCarron hat es sehr gut in Deutschland gefallen. Fager erzählt von der Silvesterfeier in Düsseldorf: „Ich war überrascht, wie lange das Feuerwerk ging. Bei uns ist oft nach zehn Minuten alles vorbei.“

          Yaritza Mendez, 22, aus Massachusetts

          Die Mischung aus verpflichtendem Unterricht und freiwilligen Freizeitangeboten diene auch dazu, deutsche und internationale Studenten miteinander bekannt zu machen, sagt Jessica Mayer vom International Office der Hochschule. Darmstädter Studierende, die nicht ins Ausland gehen könnten, profitierten von den Gästen. Außerdem schaffe man durch die Aufnahme von ausländischen Studenten neue Austauschplätze für die Darmstädter an den Partnerhochschulen. Die amerikanischen Teilnehmer der „Winter University“ kamen über das Hessen-Massachusetts-Programm nach Deutschland, an dem sich die Hochschule Darmstadt beteiligt.

          Den Horizont erweitern

          Für Mayer ist die Internationalisierung der Hochschulen ein Gewinn: „Durch den Austausch erweitert man den eigenen Horizont und lernt vieles für das Berufsleben.“ Das sehen offenbar auch die Teilnehmer und die akademischen Leiter der Seminare so. Die Dozenten können sich vorstellen, bei der nächsten „Winter University“ wieder Veranstaltungen anzubieten. Gerald Reckert, der Marketing unterrichtet, lobt, wie rege die Beteiligung der Teilnehmer gewesen ist: „Sie stellen sehr viele Fragen, auch ganz praktische. Zum Beispiel wollte einer wissen, was man bei einer Unternehmensgründung im Ausland zu beachten habe“, sagt Reckert.

          Bevor sie dazu kommen, müssen die Teilnehmer erst einmal ihr Studium beenden. Mendez wird im Mai ihre Bachelor Arbeit schreiben, McCarron und Fager brauchen bis dahin noch etwa zwei Jahre. Sie sind sich noch nicht ganz sicher, wie es danach weitergeht. Deutschland möchten die drei auf jeden Fall wieder besuchen.

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