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Werte junger Hochschulabsolventen : Lieber Familie als Karriere

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Sehr viele junge Absolventen sehen Familie als besonders wichtigen Wert an. Deutlich weniger legen Wert auf die Karriere. Bild: dpa

Dass Freunde und Familie für junge Hochschulabsolventen immer wichtiger werden, zeichnet sich schon länger ab. Eine neue Befragung vor allem unter Wirtschaftsstudenten zeigt nun: Dieser Trend hat stark zugenommen, die Karriere tritt weiter in den Hintergrund.

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          Freunde und Familie stehen an der Spitze der wichtigsten Werte und Ziele junger Hochschulabsolventen.  Das ist das Ergebnis einer Befragung von 483 Studenten verschiedener Fachrichtungen, die vom Personalvorstand der Beratungsgesellschaft Ernst & Young gemeinsam mit der Personalberatungsfirma Kienbaum initiiert wurde. An der Studie, die sich auch mit Fragen zum Führungsverständnis der Teilnehmer und mit der Arbeitgeberwahl auseinandersetzte, beteiligten sich vornehmlich Studenten aus den Wirtschaftswissenschaften.

          Die Ergebnisse zeigen, dass das soziale Umfeld in den Präferenzen der Studenten weiter nach oben gerückt ist: 74 Prozent der Befragten legen viel Wert auf Freunde und Familie, 2009 waren es nur 58 Prozent. Zugleich geben 22 Prozent der Befragten an, dass sie keine Führungsposition im Beruf anstreben. Und nur 52 Prozent sagen, Erfolg und Karriere stehe bei ihnen oben auf der Prioritätenliste. Genuss und Konsum beziehungsweise Reichtum sind für die wenigsten der Befragten von besonderer Wichtigkeit.

          Reichtum ist den meisten egal.
          Reichtum ist den meisten egal. : Bild: Ernst & Young

          Von ihren künftigen Chefs erwarten junge Absolventen in erster Linie ein hohes Maß an Fachkompetenz; Persönlichkeitsmerkmale wie Charisma oder Kreativität sind ihnen hingegen weniger wichtig. Als Arbeitgeber sind weiterhin die Großunternehmen besonders beliebt: Knapp zwei Drittel der befragten Absolventen möchte am liebsten in einem international agierenden Konzern arbeiten. Lediglich ein Drittel der deutschen Studenten plant die Karriere bei einem mittelständischen Unternehmen zu beginnen, für einen Job in einem Start-up oder kleinen Unternehmen interessieren sich gar nur drei Prozent der Befragten.

          Die Mehrheit der deutschen Absolventen fühlt sich durch ihr Studium nicht genügend vorbereitet, um Karriere machen und Führungsverantwortung übernehmen zu können. Knapp zwei Drittel der befragten Absolventen beklagen, dass sie in ihrem Studium zu wenige praktische Erfahrungen gesammelt haben, um erfolgreich in den Beruf zu starten. Deshalb will sich gut die Hälfte der Studenten noch vor ihrem Berufseinstieg Führungskompetenzen aneignen.

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