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Wenig Vertrauen in Bachelor : Studenten denken zu akademisch

Studenten sehen den Bachelor kritisch, ihre potentiellen Arbeitgeber nicht. Bild: dpa

Dem Bachelor haftet noch immer das Klischee eines Abschlusses zweiter Klasse an. Zumindest unter Studenten. Unternehmen dagegen schätzen auch die Bachelor-Abschlüsse durchaus.

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          Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Neuordnung der Studiengänge haben viele Studierende noch kein Vertrauen in den neuen Bachelor-Abschluss. Das zeigt eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Beratungsgesellschaft PWC.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „Dem Bachelor haftet zu Unrecht noch immer das Klischee ,Abschluss zweiter Klasse‘ an“, sagte PWC-Vorstandssprecher Norbert Winkeljohann in Berlin. „Die meisten Studierenden streben einen Master-Abschluss an, obwohl viele mit dem Bachelor bereits ausreichend für den Arbeitsmarkt qualifiziert sind.“

          Ausbau dualer Studienangebote erstrebenswert

          HWWI-Direktor Thomas Straubhaar plädierte dafür, die knappen öffentlichen Hochschulmittel stärker in die Bachelor-Ausbildung zu lenken. Überdies sollten Unternehmen den Berufseinstieg von Bachelor-Absolventen durch mehr Praktikumsplätze und Stipendien für Abschlussarbeiten fördern, sagte er. Den Erkenntnissen der Studie zufolge schätzen Studierende bisher den Wert eines Bachelor-Abschlusses deutlich niedriger ein als die meisten Unternehmen. Auch volkswirtschaftlich sei es nicht sinnvoll, wenn sich Studenten mit einem Berufsziel in der Unternehmenspraxis zu stark auf eine akademische Spezialisierung konzentrierten.

          Dass eine stärkere Differenzierung zwischen berufsqualifizierenden und wissenschaftlich ausgerichteten Studiengängen sinnvoll sei, legten auch die weiterhin hohen Abbrecherquoten an den Universitäten nahe. Während dort 30 Prozent der Studienanfänger keinen Abschluss machten, liege die Quote an den besonders praxisorientierten Fachhochschulen nur bei 17 Prozent. Erstrebenswert sei auch ein Ausbau dualer Studienangebote, die praktische Berufsausbildung und akademische Weiterqualifikation verknüpfen.

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