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Studenten-Spezial : Welches Studium passt zu mir?

Was soll ich studieren? Ein Interessenstest kann diese Frage beantworten. Bild: Picture-Alliance

Die Wahl des Studienfachs ist für den späteren Lebensweg prägend. Online-Tests können bei der Richtungswahl helfen. Wir stellen einen vor, der nach nur 15 Minuten konkrete Ergebnisse verspricht.

          3 Min.

          Natürlich sollen stets die eigenen Interessen entscheiden über die Wahl des Studienganges. Aber die meisten Menschen haben nun mal viele Interessen und Neigungen - was gibt den Ausschlag? Ist nun der Mathe-Leistungskurs das entscheidende Argument für ein naturwissenschaftliches Studium? Oder spricht die Arbeit als Schulsprecher nicht für ein soziales Fach? Und was ist mit der Freude an Fremdsprachen? Dem Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen? Und dem ehrenamtlichen Engagement für eine politische Partei?



          Lohnt sich die Büffelei?
          Wer soll das
          bezahlen?
          Hab' ich
          genug Geld?
          Welche Uni?
          Welches Studium?
          Wo studieren?
          Ohne Abi
          studieren?


          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Es gibt verschiedene Wege, sich darüber klarzuwerden, welche Interessen auch in Zukunft eher privat bleiben und als Ausgleich zum Berufsleben dienen sollen und welchen Neigungen man so ernsthaft nachgehen will, dass daraus einmal der Beruf und im besten Falle die Berufung wird. Wer will, kann sich bei der Frage nach dem passenden Studiengang digitale Unterstützung holen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Online-Tests, die konkrete Vorschläge für Studienfach und Hochschule ausspucken. Viele Angebote sind allerdings regional begrenzt.

          Eine der umfassendsten Plattformen ist der Studium-Interessentest (SIT) der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dem freiwilligen Bündnis staatlicher und staatlich anerkannter Hochschulen in Deutschland. Die HRK hat zusammen mit „Zeit online“ ein Verfahren entwickelt, das nach nur 15 Minuten konkrete Ergebnisse verspricht. Das Verfahren ist kostenlos, und obwohl man sich vorher registrieren muss, bleiben die Daten anonymisiert, versichert Roger Wurm, der zuständige Projektleiter. Er weist darauf hin, dass computergestützte Systeme eine wichtige Hilfe gerade zu Beginn des Auswahlverfahrens darstellen. „Sie ersetzen aber nicht die persönliche Studienberatung an den Hochschulen.“

          Für „Beruf und Chance“ hat Wurm einen Auszug aufbereitet, der das Verfahren in drei Schritten veranschaulicht:

          1. Der Test

          Jeder Teilnehmer bekommt 72 Fragen zu seinen Interessen und Neigungen gestellt. In unserer Beispielfrage gilt es, auf einer Skala von 0 bis 100 das eigene Interesse an sechs verschiedenen Tätigkeiten einzustufen.

          Bild: SIT

          2. Die Auswertung

          Auf der Basis dieser Selbsteinschätzung erfolgt nun die Gewichtung und Auswertung. Es entsteht ein persönliches Interessenprofil, das in sechs grundlegende Bereiche unterteilt ist. Bewerber erfahren, für welche dieser Bereiche sie sich besonders interessieren und für welche weniger.

          Suchen Sie sich nun die Frage heraus, bei der Sie den höchsten Wert auf der Skala von 0 bis 100 angekreuzt haben. Die Ziffern vor der jeweiligen Frage entsprechen den sechs Interessenbereichen, zu dem die jeweilige Frage gehört:

          Technisch-praktische Interessen

          Personen mit einer starken Ausprägung in diesem Bereich sind an der Konstruktion, Funktionsweise, Bedienung und Reparatur von mechanischen, computergestützten oder technischen Anlagen interessiert und suchen überwiegend nach Studienangeboten, in denen das Technisch-Praktische im Mittelpunkt steht.

          Theoriegeleitet-forschende Interessen

          Personen mit stark ausgeprägten theoriegeleitet-forschenden Interessen setzen sich gerne mit wissenschaftlichen und abstrakten Fragestellungen auseinander, hinterfragen bestehende Theorien und beschäftigen sich intensiv mit Fachliteratur. Ihnen liegt besonders die theoretische Herangehensweise an Sachverhalte.

          Kreativ-kulturelle Interessen

          Personen mit einer starken Ausprägung in diesem Bereich zeigen eine deutliche Neigung für kreative und kulturelle Tätigkeiten. Bezogen auf ein zukünftiges Studium, interessieren sie sich für die Arbeit mit Texten, Sprachen, Musik oder Kunst. Sie suchen nach Studienangeboten, die das schöpferische, frei gestaltende Arbeiten in den Mittelpunkt stellen.

          Soziale Interessen

          Für Personen mit stark ausgeprägten sozialen Interessen stehen der intensive Kontakt und Umgang mit anderen Menschen im Vordergrund. Bezogen auf ein zukünftiges Studium, interessieren sie sich für die professionelle Unterstützung von Menschen in Form von Beratung, Pflege, Betreuung oder Ausbildung. Sie suchen nach Studienangeboten, bei denen der Mensch und menschliche Gemeinschaften im Mittelpunkt stehen.

          Wirtschaftlich-unternehmerische Interessen

          Personen mit stark ausgeprägten wirtschaftlich-unternehmerischen Interessen zeichnen sich durch eine erfolgs- und zielorientierte Denk- und Arbeitsweise aus. Sie suchen nach Studienangeboten, bei denen wirtschaftliche und unternehmerische Prozesse im Mittelpunkt stehen. In Projekten tragen sie gerne die Verantwortung und nehmen dabei mit Vorliebe eine führende Rolle ein.

          Administrativ-verwaltende Interessen

          Personen mit einer starken Ausprägung in diesem Bereich interessieren sich für administrativ-verwaltende Tätigkeiten. Dabei kann es beispielsweise um die Kontrolle und Aufbereitung von Geschäftszahlen, den Umgang mit Daten oder um Verträge gehen. Bezogen auf ein zukünftiges Studium, zeigen diese Personen großes Interesse für die Planung, Koordination und Organisation von Geschäftsprozessen sowie häufig auch für rechtliche Fragestellungen.

          Natürlich kann es sein, dass mehrere Interessenbereiche gleich stark ausgeprägt sind oder zumindest sich nur wenig unterscheiden. Im Studium-Interessentest (SIT) wird dies berücksichtigt und die verschieden starken Interessenausprägungen gewichtet. In unserem Beispieltest lässt sich dies allerdings nicht darstellen. Wir gehen für Schritt 3 davon aus, dass sich die Testperson in „Kategorie 6“ (administrativ-verwaltend) einordnet.

          3. Die Studiengänge

          Per Mausklick ordnet der Algorithmus nun im letzten Schritt das persönliche Profil den passenden Studiengängen zu. Es erscheint eine Liste, die grundständige Studiengänge (Erststudium) in ganz Deutschland erfasst, welche zu mindestens 80 Prozent mit dem Profil übereinstimmen.

          Bild: SIT

          Neugierig geworden? Der komplette Test findet sich hier: www.studium-interessentest.de

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