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Universitäten : Islamische Studien in Tübingen

Uni Tübingen: Hier können Studenten bald auch Islamische Studien belegen Bild: dpa

Bis zu 320 Studenten können vom Wintersemester 2011/2012 an in Tübingen Islamische Studien an einem neuen Fachbereich studieren. Damit setzte sich Tübingen gegen Heidelberg und Freiburg durch, die sich ebenfalls für den Fachbereich beworben hatten.

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          Ein Fachbereich für Islamische Studien wird vom Wintersemester 2011/12 an der Universität Tübingen seine Arbeit aufnehmen. Das beschloss die Landesregierung in Stuttgart. Beworben hatten sich auch die Universitäten in Heidelberg und Freiburg, die aber nicht über theologische Fakultäten beider Konfessionen verfügen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Außerdem ist es Tübingen offensichtlich gelungen, die maßgeblichen islamischen Verbände für die Einrichtung eines Rats für Islamische Studien zu gewinnen, mit dem Lehrangebot und Berufungen abgestimmt werden sollen. Die Entscheidung für den Standort Tübingen stütze sich auf das Votum eines unabhängigen Expertengremiums, sagte Wissenschaftsminister Frankenberg (CDU) am Dienstag. Beteiligt sein sollen der Verband der Islamischen Kulturzentren, die Türkisch-Islamische Union, die Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg und der Bosnisch-Islamische Verein Baden-Württemberg.

          320 Studenten, sechs Professuren

          In Tübingen ist ein Studienangebot für bis zu 320 Studierende geplant. Zudem können Studierende anderer Studiengänge Module aus den Islamischen Studien belegen. Ausgebildet werden könnten islamische Religionslehrer, Sozialarbeiter sowie Imame, sagte Frankenberg. Vorgesehen seien Kooperationen mit der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg und - im Bereich der Lehrerbildung - mit den Pädagogischen Hochschulen des Landes.

          Für die Ausstattung des neuen Fachbereichs erwartet das Land eine Mitfinanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Insgesamt solle der Fachbereich im Endausbau mit sechs Professuren ausgestattet sein. Davon sollten drei vom Land, zwei vom Bund und eine von der Universität Tübingen selbst zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten für das Land würden sich im Endausbau auf insgesamt 1,3 Millionen Euro belaufen. Ob der Bund die beiden geplanten Lehrstühle finanziert, wird von Bundesministerin Schavan (CDU) im Oktober mitgeteilt.

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