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Ungewöhnliche Uni-Kooperation : Gemeinsam studieren

  • -Aktualisiert am

Die Bauhaus-Universität Weimar arbeitet mit der Universität in Córdoba zusammen. Bild: dpa

Ein neues Deutsch-Argentinisches Hochschulzentrum soll Universitäten aus verschiedenen Städten beider Länder zusammenbringen. Das ist umso bemerkenswerter, als argentinische Universitäten bisher noch nicht mal das deutsche Abitur anerkannten.

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          Das deutsche Biberach und das nordargentinische Tucumán haben zwar nicht viel miteinander gemeinsam, immerhin aber besteht eine Art geistiger Verwandtschaft zwischen der einstigen deutschen Gelehrtenhochburg Weimar und der Jesuitenstadt Córdoba. In einem ungewöhnlichen Programm soll ein fünf Studiengänge umfassendes Deutsch-Argentinisches Hochschulzentrum (DAHZ) Universitäten aus verschiedenen Städten Deutschlands und Argentiniens zusammenbringen. Es sollen Projekte binationaler Postgraduierten-Programme entwickelt werden sowie Studiengänge mit Doppelabschluss. Zwölf deutsche und fünfzehn argentinische Hochschulen beteiligen sich vorerst. Das ist umso bemerkenswerter, als argentinische Universitäten bisher selbst von Studenten, die schon einen deutschen Hochschulabschluss besitzen oder sogar promoviert sind, oft nicht einmal das Abitur anerkannten.

          Willkommenes Thema im Parlaments-Wahlkampf: Präsidentin Cristina Kirchner
          Willkommenes Thema im Parlaments-Wahlkampf: Präsidentin Cristina Kirchner : Bild: REUTERS

          Die ersten Studiengänge wurden jetzt in Buenos Aires vorgestellt. Solche Anlässe sind der Präsidentin Cristina Kirchner sehr willkommen, denn im Oktober wird ein neues Parlament gewählt. In einer Videokonferenz erinnerte sie sogleich daran, dass die Initiative zum gemeinsamen Wissenschaftsprogramm bereits von ihrem (inzwischen verstorbenen) Gatten und Amtsvorgänger Néstor Kirchner ausgegangen sei. Er hatte auf seiner Deutschland-Reise 2005 die Max-Planck-Gesellschaft in München besucht. Und im Wahlkampf 2011 konnte Frau Kirchner ein Max-Planck-Partnerinstitut für Biomedizin in Buenos Aires eröffnen.

          Finanziert wird das öffentlich-private Partnerschaftsprogramm von der deutschen und der argentinischen Regierung mit jeweils einer Million Euro und der Wissenschaftsvereinigung deutscher Unternehmen in Argentinien, zu der Firmen wie Allianz, Bayer, Boehringer Ingelheim, Lufthansa, Mercedes-Benz, Siemens und Volkswagen gehören. Im März 2010 hatte Bundesaußenminister Westerwelle mit vier Partnern den Grundstein zu dem Universitätsprojekt gelegt, das Ende 2012 in der deutschen Botschaft in Buenos Aires formell gegründet wurde. Partner sind das Bundesforschungsministerium, der DAAD und ein Vertreter der deutschen Hochschulen, in Argentinien sind es das Wissenschafts- und das Erziehungsministerium und die Repräsentanten der Universitäten.

          Unis und Fachhochschulen sehr interessiert

          Bereits an den ersten beiden Ausschreibungen zeigten sich Universitäten und Fachhochschulen beider Länder sehr interessiert, fünfzehn Kooperationsprogramme erhielten eine Anschubfinanzierung, zwölf Hochschulpartnerschaften werden inzwischen gefördert, vier von ihnen wollen ein gemeinsames Doktorandenprogramm und acht einen binationalen Masterstudiengang auflegen. Bislang sind die Fachbereiche Chemie, Physik, Umwelttechnik, Medizin, Betriebswirtschaft, Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Verkehrs- und Transportwesen, Ingenieurwissenschaften und erneuerbare Energien einbezogen.

          Die Nationale Universität in Tucumán (UNT) und die Fachhochschule Biberach bieten seit 2012 ein Masterstudium der Ingenieurwissenschaften, die Nationale Universität in Córdoba (UNC) und die Bauhaus-Universität in Weimar einen Doktorabschluss in regionaler Urbanistik, die Fachhochschule Mainz und die private Universität für Unternehmens- und Sozialwissenschaften in Buenos Aires (Uces) einen Masterabschluss in internationalem Handel. Die Staatliche Universität Rosario kooperiert mit der Georg-August-Universität Göttingen in den Fächern Molekularbiologie und Biomedizin, die Staatliche Universität San Luis mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg im Bereich Telekommunikation und Elektronische Systeme für die Agrarwirtschaft.

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