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Umweltsünden : Wie Studenten für den geliebten Pappbecher den Aufstand probten

  • -Aktualisiert am

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht: Pappbecher abzuschaffen ist gar nicht so einfach, wie es scheint. Bild: Dirk Zimmer

Ein Studentenwerk wollte etwas für die Umwelt tun und Einwegbecher verbannen. Die Idee scheiterte krachend – und führte sogar dazu, dass Keramiktassen die Mülleimer füllten.

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          Dass Coffee-to-go-Pappbecher als Umweltsünde gelten, ist nicht neu. Inzwischen sind sie zum Sinnbild der Ressourcenverschwendung und eines mangelnden Umweltbewusstseins geworden. Auch dass sich Studierende oft besonders stark für Ideale einsetzen, ist nicht neu. Neu aber ist, dass eine Hochschuleinrichtung die Forderungen der Studierenden nicht nur akzeptiert, sondern sogar über sie hinausgeht. So geschehen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Allerdings gab es auf beiden Seiten Überraschungen, was das Ergebnis dieses Entgegenkommens betrifft.

          Per Beschluss im Studentischen Konvent hatte die Studentenschaft beschlossen, den sündigen Einwegbechern abzuschwören. Denn allein an einem Cafeteria-Standort der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt – kurz: FHWS – wurden bis dahin 240 Einwegbecher am Tag verbraucht. Das sollte sich ändern. Wer einen Mehrwegbecher nutzt, sollte für sein Getränk fortan zehn Cent weniger bezahlen. Das Studentenwerk zog sofort mit, und es ging noch zwei Schritte weiter: Es verbannte die Einwegbecher direkt komplett aus den Mensen und Cafeterien. Und da das Würzburger Studentenwerk auch die Cafeterien an anderen, nicht allzu weit entfernten Hochschulstandorten betreibt – nämlich in Bamberg, Schweinfurt und Aschaffenburg –, wurde der Bann kurzerhand ausgeweitet. Von jetzt auf gleich war überall Schluss mit den Pappbechern.

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