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Studienkredite : Studieren auf Pump

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Diese Regelung mindert auf der einen Seite das Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu können. Auf der anderen Seite besteht das Risiko, dass der Exstudent aufgrund seines hohen Einkommens mehr an den Fonds zurückzahlen muss, als er es bei einem regulären Studienkredit getan hätte.

Dieses auch als „umgekehrter Generationenvertrag“ bekannte Modell geht auf den Nobelpreisträger Milton Friedman zurück. In Deutschland wurde es zunächst in Kooperation mit ausgewählten - hauptsächlich privaten - Universitäten angeboten. Inzwischen existieren aber auch Fonds, die nicht an eine bestimmte Hochschule gebunden sind. Dennoch ist diese Art der Finanzierung nicht für alle zugänglich. Während die KfW betont, Studenten aller Fachrichtungen gleiche Chancen auf einen Kredit einzuräumen, bedienen sich Fondsanbieter eines aufwendigen Auswahlprozesses - einschließlich Assessment Center und Telefoninterview.

Sie fördern mit Vorliebe Studenten der Mint-Fächer, also der naturwissenschaftlichen und technischen Studiengänge. Kein Wunder: Je besser der akademische Nachwuchs später verdient, desto mehr muss er in den Fonds einzahlen. Die Career Concept AG, Pionier auf dem deutschen Markt, führte in der Vergangenheit auch einen Fonds, der Theater- und Kunststudenten unterstützte. Dieser wird inzwischen aber nicht mehr bedient.

Bloß nicht das Studium abbrechen!

Unabhängig davon, ob das Geld aus einem Kredit oder einem Fonds stammt, erwartet Begünstigte bei Studienabbruch das böse Erwachen. Denn dann wird die Rückzahlung sofort fällig - ungeachtet der ursprünglich vorgesehenen Zahlungsstruktur.

Weniger risikoreich ist die Aufnahme von Geldmitteln, wenn die finanzielle Notsituation erst kurz vor Studienabschluss oder aufgrund eines unbezahlten Praktikums nach abgeschlossener Hochschulausbildung entsteht. Dann besteht die Chance auf Überbrückungs- oder Abschlussfinanzierungen, die günstigere Konditionen als reguläre Studienkredite aufweisen. Wenn die finanzielle Lage den Abschluss gefährdet, können Studenten beim Bundesverwaltungsamt für bis zu 7200 Euro einen sogenannten Bildungskredit zu einem Zins von 0,87 Prozent beantragen. Nach Genehmigung durch das BVA (Bundesverwaltungsamt) folgt die Vertragsabwicklung auf dem Postweg mit der KfW Bankengruppe. Fehlt nur noch die Abschlussarbeit, vergibt die E.-W.-Kuhlmann-Stiftung sogar zinslose Darlehen bis zu einer Höhe von 2000 Euro.

Unabhängig davon, für welche Art der Finanzierung sich Betroffene entscheiden: Die Angebote werden individuell erstellt, und selbst Bildungsfonds machen bei den von ihnen geförderten Studiengängen Ausnahmen. Dabei ist zu prüfen, inwiefern die Anbieter die eigenen Studienpläne unterstützen. Denn nicht alle Verträge gelten auch für ein Auslandssemester oder ein eingeschobenes Praktikum. Außerdem müssen Studenten im Blick behalten, wie viel sie später verdienen können, um nicht in eine Schuldenfalle zu tappen. Denn grundsätzlich gilt: Studienkredite sind nicht nur ein Lichtblick, sie haben auch Schattenseiten.

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