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Studententarif der Krankenkasse : Einmal muss Schluss sein

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Studenten profitieren bei der Krankenversicherung zunächst von günstigen Tarifen. Bild: dpa

Der günstige Tarif der studentischen Krankenversicherung währt nicht ewig - auch Behinderung, Krankheit oder Erziehungszeit ändern daran nichts, wie das Bundessozialgericht nun urteilte.

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          Spätestens ab dem Alter von 37 Jahren können Studenten nicht mehr Mitglied in der günstigen studentischen Krankenversicherung sein. Auch Erkrankungen, Behinderung oder Erziehungszeiten können den Anspruch auf die billige Krankenversicherung für Studenten nicht unbegrenzt verlängern, urteilte das Bundessozialgericht (BSG) nun in zwei Fällen. (AZ: B 12 KR 1/13 R und B 12 KR 17/12 R).

          Nach den gesetzlichen Bestimmungen können sich Studenten bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters und längstens bis zur Vollendung des dreißigsten Lebensjahres kostengünstig gesetzlich versichern. Darüber hinaus kann sich der Schutz nur ausnahmsweise verlängern - etwa bei einer Behinderung, Erkrankung oder wegen Kindererziehungszeiten.

          Über 30 darf man nur ausnahmsweise verlängern

          In einem der verhandelten Fälle war der Kläger während seines Medizinstudiums zum Studententarif bei der Techniker Krankenkasse versichert. Vor seinem 30. Lebensjahr erkrankte er an einer Depression und wurde für drei Semester beurlaubt. Als er in dieser Zeit, allerdings nach seinem 30. Lebensjahr, Vater wurde, wollte er, dass sich die studentische Krankenversicherung um die Dauer der Kindererziehungszeiten verlängert.

          Die Krankenkasse lehnte das ab. Die Erkrankung sei ein Grund für die Verlängerung des Versicherungsschutzes gewesen, weil diese vor dem 30. Lebensjahr angefallen war. Dagegen waren die Kindererziehungszeiten erst danach angefallen und könnten folglich nicht als Grund für eine Verlängerung des Versicherungsstatus herangezogen werden. Das BSG stimmte dem zu.

          Über das 30. Lebensjahr hinaus könnten Studenten nur ausnahmsweise den preisgünstigen Tarif nutzen. Der Grund für eine Verlängerung müsse vor dem 30. Lebensjahr entstanden sein. Der günstige Schutz gelte dann aber nicht unbegrenzt fort, betonten die Kasseler Richter. Er müsse sich an dem Zeitrahmen orientieren, in dem ein Studienabschluss normalerweise erreicht werden kann. Das seien 14 Fachsemester, also sieben Jahre.

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