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Sport als Wissenschaft : Fit und feierfreudig

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Fritz Hattig war in seiner Zeit beim ZDF verantwortlich für Sportdokumentationen. Für viele Sportstudenten wäre das ein Traumjob. In Befragungen des Career-Service der Spoho nannte ein Viertel das Berufsziel Sportjournalist. Den Weg müssen sich die Reporter in spe jedoch selbst bahnen, wie Oliver Lohmar erläutert: "In keinem anderen Bereich sind Praktika und Kontakte so wichtig. Vieles läuft da informell." Zudem drängen auch Fachfremde auf den Arbeitsmarkt. Fabian Schiffer, Leiter der Unternehmenskommunikation des Deutschen Sportfernsehens, bestätigt viele Bewerbungen von Sportstudenten, aber eben auch von Quereinsteigern. "Wenn jemand bei mir arbeiten will, muss er nicht die 100 Meter in 11,2 Sekunden laufen", sagt Schiffer. Wichtiger seien Erfahrungen in der Medienbranche und vielseitige Talente.

Talent und hartes Training

Talent und hartes Training haben Jens Tiedtke im Handball weit gebracht. Er ist Bundesliga- und Nationalspieler. Nur ein operativ zu behandelnder Hirntumor hinderte ihn daran, für Deutschland an der Weltmeisterschaft im Januar teilzunehmen. Mittlerweile ist er wieder gesund und mit dem TV Großwallstadt in Deutschlands Handballhallen unterwegs. Nebenbei studiert er seit vier Jahren Sportwissenschaften in Mainz. Einen Starkult um ihn gibt es am Institut nicht. "Hier sind einige, die sportlich etwas drauf haben. Und hier den Profisportler raushängen lassen, das ist nicht mein Style", sagt er. Ein normales Studentenleben führt er dennoch nicht. Es komme vor, dass er erst früh morgens von einem Pokalspiel heimkehre und drei Stunden später im Seminar sitzen müsse, sagt Tiedtke. Zudem muss er fünfmal die Woche zum Training. Trotzdem will er sein Studium durchziehen und damit Sicherheit für die Zeit nach der Profikarriere gewinnen. Die sieht er im Handball, am liebsten im Management.

Kloppo“ als Vorbild

Das würde auch zu seinem Studienschwerpunkt Sportökonomie/Sportmanagement passen. Ein Bereich, der in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Mit einem Drittel sind laut einer Studie mittlerweile die meisten Absolventen der Spoho in diesem Bereich beschäftigt. Ob Vermarktung von Sportartikeln oder Organisation von Sportereignissen, die Möglichkeiten sind vielfältig und die Berufschancen momentan gut. Lohmar ist jedoch skeptisch, ob dies von Dauer ist. "Etliche Hochschulen haben in den vergangenen Jahren den Schwerpunkt Sportökonomie aufgebaut. Ich befürchte einen Angebotsüberschuss", sagt der Karriereberater. Jens Tiedtke macht sich da keine Sorgen. Er überlegt ohnehin noch, ob er nicht doch in den Trainerbereich will. Als Vorbild kann ihm Jürgen Klopp dienen. Der hat gezeigt, dass die Kombination aus Ex-Profi und Sportwissenschaftler erfolgversprechend sein kann.

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