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Reife Leistungen : Doofe Pickel, kluge Roboter

  • -Aktualisiert am

Spannende Forschungsleistung: Wie stark schlägt uns Weihnachten eigentlich auf die Stimmung - im negativen Sinne? Bild: ZB

Worüber Unis so alles forschen! Machen Pickel die Menschen unglaubwürdig? Sind wir gehemmt, wenn wir in ein Elektroauto steigen sollen? Und - in diesen Tagen besonders interessant - wie sehr stresst uns eigentlich das Weihnachtsfest?

          2 Min.

          Dass gutes Aussehen unser Gegenüber mehr beeinflusst, als es sollte, klingt vertraut. Psychologen der Jacobs-Universität Bremen haben diesem Wechselspiel aus Attraktivität und Außenwahrnehmung eine neue Facette hinzugefügt. Unter all den Faktoren, die gutes Aussehen ausmachen, haben sie - anders als viele andere Untersuchungen zuvor - einen einzigen zum Mittelpunkt ihrer Untersuchung gemacht: die Glätte der Haut. Es ging darum, wie kleine Makel - Muttermale, Rötungen, Pickel - die Wahrnehmung beeinflussen.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Also bekamen 130 Probanden Fotos von Gesichtern vorgelegt, die mal unbearbeitet waren, mal per Computer befreit von allen Unreinheiten. Danach mussten sie über Glaubwürdigkeit, Kompetenz, Attraktivität und Gesundheit der abgebildeten Personen urteilen. Ergebnis: Das Hautbild sei sehr wichtig für den ersten Eindruck, es bestimme nicht nur darüber, ob wir als gesund und attraktiv, sondern auch als glaubwürdig und kompetent wahrgenommen werden. Glatte Haut suggeriere Reife und Sachverstand, unreine Haut Unreife oder Armut - sie erinnere an die Pubertät oder mangelnde Pflege. In Einzelfällen möge ja Puder oder Abdeckstift helfen, im Allgemeinen aber Selbstkritik bei vorschnellen Urteilen. Von Menschen mit unreiner Haut müsse Druck genommen werden.

          Schlechte Stimmung zu Weihnachten

          Auch die bevorstehende - oder längst ausgerufene - Weihnachtszeit setzt viele Menschen unter Druck. Das belegt eine Studie von Soziologen der Universität Göttingen, in der Umfragedaten zum Thema Weihnachten und subjektives Wohlbefinden ausgewertet wurden. Demnach waren Teilnehmer, die in der Weihnachtszeit befragt wurden, deutlich schlechter gestimmt und weniger zufrieden mit ihrem Leben als Menschen, die zu anderen Zeiten im Jahr befragt worden waren. Der Grund dafür sind die vorweihnachtlichen Klassiker: wachsende Ausrichtung auf materiellen Konsum, der Druck, rechtzeitig Geschenke zu kaufen, die mit den Feiertagen verbundenen gesellschaftlichen Verpflichtungen.

          Ausgewertet wurden Daten aus elf europäischen Ländern, erhoben in der europäischen Sozialstudie „European Social Survey“. Immerhin, Christen, vor allem solche, die sich als sehr religiös einstufen, sind in der Vorweihnachtszeit deutlich positiver eingestellt und zufriedener mit ihrem Leben.

          Ein Blick in die Zukunft des Stromtankens

          An der Technischen Universität Chemnitz geht gerade ein Forschungsprojekt in die nächste Runde, das zwar auch mit Befindlichkeiten zu tun hat, allerdings vor allem Ingenieure und Techniker beschäftigt. Es geht um Elektrofahrzeuge und die Hemmschwelle, diese zu nutzen. Wissenschaftler der Professuren Schaltkreis- und Systementwurf sowie Robotik und Mensch-Technik-Interaktion waren vor drei Jahren mit fünf Industriepartnern angetreten, sich diesem Thema anzunehmen. Inzwischen finden die ersten praktischen Demonstrationen statt, und sie ermöglichen einen Blick in die Zukunft des Stromtankens.

          Die könnte dann so aussehen: Der Fahrer eines Elektrofahrzeugs reserviert online eine Ladestation, dort wird er nach seiner Ankunft sofort zu einer Art automatischem Tankwart navigiert, ein Roboterarm verbindet das Fahrzeug per Kabel mit der Ladestation, Betreiber und Fahrer können den Vorgang mit Hilfe eines automatischen Steuerungssystems überwachen. Maximale Entspannung sozusagen - sogar in der Vorweihnachtszeit.

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