https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/campus/pleite-an-fachoberschule-eltern-wollen-schadenersatz-weil-abi-jahrgang-komplett-durchfiel-12938753.html

Pleite an Fachoberschule : Eltern wollen Schadenersatz, weil Abi-Jahrgang komplett durchfiel

  • Aktualisiert am

2013 fiel ein ganzer Jahrgang durchs Abi. Das wollen sich die Eltern nicht gefallen lassen. Bild: ZB

2011 eröffnete eine private Fachoberschule in Bayern stolz ihre Türen - 2013 fiel prompt der komplette Abiturjahrgang durch die schriftliche Prüfung. Die Empörung war groß, nun wollen viele Eltern Schadenersatz.

          1 Min.

          Ein kompletter Jahrgang fällt durch die schriftliche Abiturprüfung. Klingt unwahrscheinlich, ist aber tatsächlich 2013 im bayerischen Schweinfurt passiert. Die Abi-Pleite ereignete sich an einer privaten Fachoberschule und machte kräftig Schlagzeilen. Nun  haben viele Familien ehemaliger Schüler Schadenersatz gefordert.

          Nachdem der gesamte Jahrgang vergangenes Jahr durch die schriftliche Prüfung gefallen war, hatten nur zwei der 27 Schüler ihr Fachabi bei den mündlichen Prüfungen retten können. Laut der Kläger-Anwältin liegen jetzt 16 Schadenersatzklagen vor. Die Eltern wollen das Schulgeld von rund 3000 Euro für zwei Jahre zurück.

          Aufklärungspflicht verletzt?

          Es geht darum, ob die Schule und ihr Geschäftsführer eine Aufklärungspflicht verletzt haben und ob dies der Grund für das schlechte Abschneiden der Schüler war. Bei einer mündlichen Verhandlung sagten Schüler, sie seien erst Wochen nach Beginn des 12. Schuljahres über die Prüfungsmodalitäten informiert worden. Die Schule verlangt eine Abweisung der Klagen und argumentiert nach Angaben des Amtsgerichts Schweinfurt, sie habe die Schüler aufgeklärt.

          Unklar ist, ob es überhaupt zu einem Verfahren kommen wird, denn die Schule hatte nach dem Vorfall den Betrieb komplett eingestellt. Dabei hat sie nicht besonders lange existiert; erst im Jahr 2011 war sie gegründet worden.

          Der Vorfall hatte über die bayerischen Grenzen hinaus für öffentliche Kritik gesorgt. Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Philologenverbands, hatte damals befunden, die Fachoberschule sei blauäugig in eine Totalkatastrophe geschlittert. An dem „Misstand“ sei das Kultusministerium nicht unschuldig. Gegenüber Schülern und Eltern sei es unverantwortlich, eine Fachoberschule zwei Jahre lang arbeiten zu lassen, nur um schließlich bei der Abschlussprüfung ihr Komplettversagen festzustellen.

          Weitere Themen

          Rettet den Maiskolbenschäler!

          Ethnologische Museen : Rettet den Maiskolbenschäler!

          Ethnologische Museen stehen im Brennpunkt der postkolonialen Debatte. Wie sollen sie ihre Sammlungen präsentieren? Und sind diese mehr als Diebesgut? Das untersucht ein deutsch-französisches Doktorandenkolleg.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.