https://www.faz.net/-gyl-9l2e9

Nicht nur Einser-Abiturienten : Frankreich will Auswahlverfahren für Medizinstudenten ändern

  • Aktualisiert am

Ein Medizinstudent untersucht einen Patienten. Bild: dpa

Nicht nur hierzulande gibt es Kritik an der Studienplatzvergabe in Medizin. Frankreich möchte den Numerus Clausus für angehende Ärzte jetzt abschaffen.

          1 Min.

          Frankreich will den Numerus Clausus für Medizinstudenten abschaffen. Die Pariser Nationalversammlung billigte am Dienstag in erster Lesung einen entsprechenden Gesetzentwurf, über den nun der Senat beraten muss. Die Abgeordneten votierten mit 74 zu 4 Stimmen dafür, dass die Zugangsbeschränkung für das Medizinstudium ab dem Jahr 2020 wegfällt.

          Diese Reform werde eine größere Vielfalt an Profilen unter den Studenten fördern, Brücken zwischen den Studiengängen bauen und die Erhöhung der Studentenzahl fördern, teilte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn mit. „Das Abschaffen des Numerus Clausus ist eine Maßnahme des gesunden Menschenverstands“, schrieb sie auf Twitter.

          „Der gesamte Prozess wird anspruchsvoll und selektiv bleiben, um ein hohes Maß an Kompetenz für zukünftige Angehörige des Gesundheitswesens zu gewährleisten“, heißt es in dem Gesetzentwurf über das Auswahlverfahren zum Studium. Betroffen sind unter anderem die Studiengänge Medizin, Pharmazie und Zahnheilkunde. Ziel ist es, die Zahl der ausgebildeten Ärzte um 20 Prozent zu erhöhen und so mehr Ärzte in die ländlichen Regionen zu bringen.

          In Deutschland gehören Medizin, Tier- und Zahnmedizin sowie Pharmazie zu den Fächern mit einer zentralen Studienplatzvergabe. Wer Arzt werden möchte, braucht sehr gute Schulnoten. Etwa 14 Wartesemester brauchte es zuletzt, um ohne Spitzenabitur Medizin studieren zu können. Jetzt soll die Vergabe von Plätzen nach Wartezeit nach dem Willen der Bundesländer ganz abgeschafft werden. Dem vorausgegangen war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts Ende 2017.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson in 10 Downing Street

          Doch wieder Brexit-Gespräche : Sie verhandeln auf der roten Linie

          London und Brüssel verhandeln nun doch weiter über eine künftige Partnerschaft. Aber reichen drei Wochen mehr Zeit aus, um die Gräben zu überwinden? Fest steht: EU-Chefunterhändler Michel Barnier hat wenig Spielraum.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.