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Neuer Rekord : 60.000 Studenten mehr als im Vorjahr

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Volle Hörsäle, Sitzplätze nur noch auf den Treppenstufen: Für viele Studenten ist das längst Alltag. Bild: Jonas Wresch

Die Rekordmeldungen bei den Studierendenzahlen reißen nicht ab: Zum Wintersemester gab es noch einmal 60.000 junge Menschen mehr an Deutschlands Hochschulen als vor einem Jahr. Erstmals begannen mehr Frauen als Männer ein Studium.

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          Die Zahl der Studierenden in Deutschland ist im laufenden Wintersemester auf einen Rekord von fast 2,8 Millionen gestiegen. Das waren noch einmal 2,2 Prozent oder gut 60.000 Studenten mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

          Bei den Erstsemestern gab es dagegen im ganzen Studienjahr 2015, also Sommer- und Wintersemester, zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang. Das Minus war mit 0,2 Prozent allerdings gering. Mehr als eine halbe Million Menschen (503.600) hat im laufenden Jahr erstmals ein Studium begonnen. Ein Grund für den Rückgang könnte das Ende der doppelten Abiturjahrgänge sein (G8 und G9). 2014 habe es diese noch in Hessen gegeben, sagte Thomas Feuerstein vom Statistischen Bundesamt. „Hessen hat das über drei Jahre gestreckt.“

          Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, sprach von einer „permanenten Hochleistung für die Bildung in Deutschland“. Im Rahmen des Hochschulpakts für die Phase 2011-2015 hätten sich Bund und Länder auf eine gemeinsame Finanzierung für die erwarteten zusätzlichen Studienanfänger geeinigt. „Für diesen Zeitraum war man ursprünglich von 245.000 zusätzlichen Studienanfängern gegenüber 2005 ausgegangen. Tatsächlich sind es jetzt über 720.000.“ Die Politik müssten nun „auch für aktuelle und künftige Mehrbedarfe an Studienplätzen" eine Finanzierung sichern.

          Mehr Frauen als Männer unter den Studienanfängern

          Entgegen dem Trend verzeichnen die fünf neuen Bundesländer (ohne Berlin) im Wintersemester 2015/16 einen Rückgang bei den Studenten. Im Westen ging die Zahl der Studierenden nur in Rheinland-Pfalz zurück. Den größten prozentualen Zuwachs verbuchte Niedersachsen, gefolgt vom Saarland und Nordrhein-Westfalen. Zu neuer Anspannung führen die hohen Studierendenzahlen auch auf dem Wohnungsmarkt. Die Zahl der Wohnheimplätze nimmt vielerorts nur unterproportional zu.

          Nahezu zwei Drittel aller Studenten waren an wissenschaftlichen Hochschulen eingeschrieben und etwa ein Drittel an den Fachhochschulen. Auf die Kunsthochschulen und Veraltungsfachschulen entfällt jeweils nur rund ein Prozent.

          Der Anteil der Frauen an den Studierenden steigt seit Jahren leicht und hat in diesem Wintersemester 48,0 Prozent erreicht. Unter den Anfängern waren erstmals im vergangenen Jahr etwas mehr Frauen als Männer (50,1 Prozent). Ihr Anteil nahm 2015 auf 50,2 Prozent zu.

          Bei der Fächerwahl der Anfänger liegen bislang nur wenige Ergebnisse vor. Danach haben im Jahresvergleich weniger Studierende mit einem Maschinen/Verfahrenstechnik-Studium begonnen. Einen leichten Rückgang gab es auch bei Elektrotechnikern und Bauingenieuren. Für Informatik entschieden sich dagegen mehr Erstsemester.

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