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Neue Forschung : Auf der Jagd nach Geisterfahrern

  • -Aktualisiert am

Besser als Schilder: das Geisterfahrerwarnsystem Bild: dpa

Schon die Fördersumme zeigt, dass es sich um ein ehrgeiziges Unterfangen handelt: 670.000 Euro fließen in die Forschung an einem spannenden Verkehrssystem: Es soll Geisterfahrer abschaffen. Bloß wie?

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          Ein Albtraum für jeden Autofahrer: Plötzlich kommt auf der Autobahn ein Fahrzeug entgegen. Ein Traum für jeden, der hier unterwegs ist: Geisterfahrer haben keine Chance mehr, sie kommen gar nicht in die Gefahrenzone, werden gewissermaßen abgeschafft. So ungefähr lässt sich ein Forschungsprojekt zusammenfassen, das auf jährlich rund 2000 Unfälle mit Beteiligung von Geisterfahrern, darunter 20 tödliche, reagiert. Beteiligt sind die Institute für Ingenieurgeodäsie der Universität Stuttgart und für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung der Universität der Bundeswehr München. Plakativer Titel des Projektes: „Ghosthunter“, ein Geisterfahrerwarnsystem.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon die Fördersumme zeigt, dass es sich um ein ehrgeiziges Unterfangen handelt - das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geben allein 670.000 Euro. Das neue System soll Positionen von Fahrzeugen mit Hilfe von Navigationssatelliten, Sensoren, digitalen Karten und Bewegungsmustern erkennen und abgleichen, so dass Geisterfahrer sichtbar werden, bevor sie Schaden anrichten.

          Teil der Forschung wird ein Algorithmus zur Erfassung genauer Bewegungspfade sein. Das neue Warnsystem soll in das europäische Notrufsystem „eCall“ eingebunden werden, das von 2018 an in alle neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eingebaut werden muss. Volker Schwieger, Direktor des Instituts für Ingenieurgeodäsie an der Universität Stuttgart, sagt, dass fünf Forscher an dem Projekt arbeiten werden, zwei Jahre und vier Monate haben sie dafür Zeit. „Rein technisch betrachtet, sollte eine Lösung bis zum Jahre 2020 möglich sein“, sagt er.

          Entscheidend sei, ob die Industrie diesen Ansatz aufgreift und umsetzt. Außerdem seien - jenseits des Warnsystems, um das es jetzt geht - Eingriffe in das Fahrzeug notwendig, zum Beispiel automatisiertes Bremsen, um Falschfahrer tatsächlich zu stoppen. Rechtliche Fragen gebe es jedenfalls noch reichlich.

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