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Anspruchsvolles Studium : Keine Angst vor Mathe!

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Wer also Spaß hat an logischem, abstraktem Denken, sich für lückenlose und unanfechtbare Beweisketten begeistern kann und dazu noch Wert auf gute Berufsaussichten legt, träfe mit einem Mathematikstudium eine gute Wahl. Die Hochschulen sind sich bewusst, dass das Mathematikstudium als besonders schwierig gilt, und sie kennen die besonderen Schwierigkeiten zum Studienbeginn. Daher unterstützen sie Schüler bei der Entscheidungsfindung. An der Universität Bonn zum Beispiel können Interessierte mit einem Online-Self-Assessment herausfinden, ob ein Mathematikstudium überhaupt in Frage kommt. Sie werden nach ihren Erwartungen an das Studium befragt und müssen kleinere Aufgaben zur mathematischen Beweisführung lösen. Die Selbstbewertung dauert rund eine Stunde, und wer bis zum Ende durchhält, hat einen guten Eindruck gewonnen, um was es im Mathematikstudium geht und wie weit das persönliche Interesse reicht.

Wer sich für die Mathematik entscheidet, trifft auf gute Studienbedingungen. Nahezu jede Universität und viele Fachhochschulen bieten entsprechende Studiengänge an. Hinzu kommen spezialisierte Angebote wie Wirtschafts- oder Finanzmathematik. Im Zuge der Bologna-Reform sind mehrere Dutzend Studiengänge entstanden, die sich grob in drei Gruppen einteilen lassen: Bachelor, Bachelor für das Lehramt und Mehr-Fächer-Bachelor mit Lehramtsoption. Einzelne Hochschulen ermöglichen auch interessante Doppelstudiengänge, wie zum Beispiel Mathematik/Informatik an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Trotz der niedrigen Studentenzahlen gibt es an einigen Hochschulen Zulassungsbeschränkungen. So haben sich an der RWTH Aachen für das Wintersemester 2016/17 mehr als 400 Abiturienten für einen der 200 Studienplätze im Bachelor-Studiengang Mathematik beworben.

Keine Männerdomäne

Fast alle Hochschulen veranstalten für angehende Mathematiker sogenannte Vorkurse, in denen vor Semesterbeginn der gesamte Stoff der gymnasialen Oberstufe wiederholt wird, um alle Studenten auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Die Regelstudienzeit des Bachelor-Studiengangs beträgt sechs Semester, bei Doppelstudiengängen auch mehr. Nach Einschätzung von Günter Ziegler von der Freien Universität Berlin liegen Theorie und Praxis bei der Studienzeit für Mathematik nahe zusammen. In den ersten Semestern geht es in Vorlesungen, Übungen und Seminaren um die theoretischen Grundlagen wie Analysis oder Lineare Algebra. Daneben muss ein mathematiknahes Anwendungsfach belegt werden. Je nach Universität sind die Angebote unterschiedlich: Physik, Elektrotechnik, Informatik oder Betriebswirtschaftslehre kommen in Frage. In höheren Semestern haben Mathematikstudenten die Möglichkeit, sich zu spezialisieren. Die Angebote sind abhängig von den Forschungsschwerpunkten der Hochschulen. Für Lehramtsstudenten sind zudem Schulpraktika Pflicht. Bei der Wahl der Hochschule ist daher eine gewisse Sorgfalt nötig.

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