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Lehramtsstudium : Nicht für die Schule, für die Stufe lernen wir

Bald sollen alle Lehrer gleich lang ausgebildet werden. Bild: dpa

Das Lehramtsstudium ändert sich. Grundschul- und Gymnasiallehrer sollen künftig gleich lang studieren. Die letzten Pädagogischen Hochschulen könnten bald verschwinden. Auch ein eigenes Sonderpädagogikstudium gibt es bald nicht mehr.

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          Wer aus einem mehrgliedrigen Schulsystem ein zweigliedriges macht, wie Baden-Württemberg, muss auch die Lehrerbildung reformieren. Die Vorschläge einer Kommission unter Vorsitz der früheren Berliner Bildungssenatorin Sybille Volkholz (Alternative Liste) liegen jetzt auf dem Tisch, noch vor der Sommerpause will die grün-rote Landesregierung die Eckpunkte für die künftige, bisher noch mit dem Staatsexamen endende Lehrerbildung beschließen. Doch vorher wird es noch gewaltigen Streit geben.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Baden-Württemberg ist das einzige Land, das seine Pädagogischen Hochschulen nicht geschlossen und in die Universitäten integriert hat. Bisher werden Lehrer für Grundschulen, Hauptschulen, Werkrealschulen, Realschulen sowie Sonderschulen an den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet, die sich in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten befinden. Damit soll nach dem Willen der Kommission künftig Schluss sein. „Das Land Baden-Württemberg sollte überlegen, ob es längerfristig die Lehrerbildung der ersten Phase auf die Universitäten konzentriert und die Pädagogischen Hochschulen darin integriert.“ Damit wird sich auch der Südwesten die Probleme einhandeln, an denen die Lehrerbildung in anderen Bundesländern schon lange krankt.

          Bislang studieren alle unterschiedlich lang

          Noch studieren die Lehramtsstudenten unterschiedlich lang, Gymnasiallehrer zehn Semester, Sonderpädagogen neun Semester, Grund-, Werkreal-, Haupt- und Realschullehrer jeweils acht Semester und Musik- und Kunstlehrer an Gymnasien zwölf Semester. Künftig soll das Lehramtsstudium für alle Schularten zehn Semester lang sein (sechs Semester Bachelor und vier Semester Master). Das mag für die Grundschullehrer und die Gemeinschaftsschullehrer ein Gewinn sein, für die künstlerischen Fächer am Gymnasium aber ein Verlust. Baden-Württemberg hat in einem relativ unspezifischen Eingangstest im Computer versucht, die Eignungspotentiale der Studienanfänger für das Lehramt frühzeitig zu testen. Die Lehrerbildungskommission hält nichts von solchen Selbsterkundungstests, sondern rät dem Land stattdessen, auf eine hochwertige Aus- und Weiterbildung zu setzen.

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