https://www.faz.net/-gyl-8fkiy

Mieten in Unistädten : 580 Euro kostet die Studentenbude in München

Am Küchentisch: Studentisches Wohnen kann ganz schön teuer sein. Bild: dpa

30 Quadratmeter, Einbauküche, anderthalb Kilometer von der Uni weg: Eine solche Wohnung kostet in München 580 Euro. Wo es billiger ist und wo die Mieten am meisten steigen, zeigt nun ein neuer Index extra für Studenten.

          2 Min.

          Wer von der Schule an die Uni wechselt, steht oft vor einer wichtigen Frage: Wie und wo soll ich künftig wohnen? In Zeiten stetig steigender Mieten bestimmt diese Frage sogar oft die Wahl des Studienortes. Wo Studentenbuden teuer und wo noch verhältnismäßig günstig sind, ermittelt von diesem Sommersemester an das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) regelmäßig mit Hilfe eines neuen Preisindexes für studentischens Wohnen: Elf deutsche Studentenstädte vergleichen die Wirtschaftsforscher dabei. Diesmal ist wenig Überraschendes herausgekommen: München ist am teuersten, Bochumer Studenten wohnen am günstigsten.

          Interessant an dem neuen Index ist aber weniger die Rangfolge der untersuchten Städte von teuer zu billig. Spannender ist: Studenten, die sich dafür interessieren, künftig in einer der elf untersuchten Städte zu wohnen, erhalten für jede Stadt einen Richtwert für die Miethöhe einer typischen Studentenbude: 580 Euro warm kostet die derzeit in München, 453 Euro in Köln, 391 Euro in Berlin und 329 in Bochum.

          Auch einige weitere Erkenntnisse liefert der neue Mietpreisindex. Etwa, dass in allen elf betrachteten Städten die Studentenwohnungen mehr kosten als im Jahr 2010. Oder, dass der Preisanstieg mit knapp 30 Prozent in Berlin am heftigsten ausgefallen ist. Die Hauptstadt bleibt aber trotzdem günstiger als die anderen deutschen Millionenstädte München, Hamburg und Köln. Interessant ist zudem: Wo die Mieten für Studenten am teuersten sind, ist das Angebot an staatlich gefördertem studentischen Wohnraum verhältnismäßig klein. Im günstigen Bochum gibt es etwa mehr Wohnheimzimmer als im teuren Frankfurt am Main.

          Bild: F.A.Z.

          Der Index, mit dem die Wirtschaftsforscher arbeiten, ist eine Kombination der herkömmlichen Methode zur Ermittlung von Wohnungspreisen mit einem Filter für die studentische Klientel: Die Angebotspreise auf dem Internetportal „Immobilienscout“, mit dem das Institut kooperiert, werden so gefiltert, dass die 20 Prozent der Angebote mit den höchsten Mieten herausfallen - die kommen für Studenten sowieso selten infrage. Dann werden die Mieten um die schwer zu vergleichenden Größen wie Lage, Baujahr, Zustand des Objektes etc. bereinigt.

          Um Aussagen über die Miethöhen machen zu können definierten die Forscher zudem eine „Musterwohnung“: 30 Quadratmeter, unmöbliert, aber mit Einbauküche, Baujahr 1995, normale Ausstattungsqualität, inklusive Nebenkosten und in einem Umkreis von 1,5 Kilometern zur Uni gelegen.

          Bild: F.A.Z.

          Allerdings: Wer in anderen Städten als Berlin, Stuttgart, München, Bremen, Kiel, Köln, Hamburg, Frankfurt am Main, Bonn, Siegen oder Bochum studieren möchte, schaut in die Röhre. Das Institut wertet mit seinem Index nur die elf Beispielstädte aus. Zwar werden mit den vier Millionenstädten und einigen kleineren, aber für Studenten wichtigen Städten große Teile des Marktes abgedeckt. Doch fehlen, abgesehen von Berlin, sämtliche Studentenstädte im Osten Deutschlands. Doch gerade die werden derzeit immer häufiger für angehende Hochschüler empfohlen, wenn das Mietbudget besonders eng ist. „Zum Wintersemester 2016/17 wollen wir die Zahl der Städte auf 15 erhöhen, dann werden auch ostdeutsche Studentenstädte mit dabei sein“, sagte Michael Voigtländer, Mitautor der IW-Studie.

          Auch manch kleinere westdeutsche Stadt mit einem hohen Studentenanteil an der Bevölkerung bleibt bislang außen vor: So existieren etwa keine Berechnungen für Münster, Freiburg oder Tübingen. Auch die 30 Quadratmeter große Studentenwohnung mit Baujahr 1995 dürfte für viele Studenten gar nicht so typisch sein: Wer in WGs lebt hat in aller Regel weniger Quadratmeter zur Verfügung. Und auch in Alt- und Nachkriegsbauten leben viele Studenten. Autor Voigtländer gibt zu, dass die Auswahl der Kriterien für die Musterwohnung nicht der gesamten studentischen Klientel gerecht wird. „Uns kam es vor allem darauf an, dass Studenten den Vergleich etwa zwischen München und Bochum ziehen können“, sagte Voigtländer. „Deshalb mussten wir uns für eine Musterwohnung mit bestimmten Kriterien entscheiden.“ Immerhin: Im generellen Mietpreisindex sind WG-Zimmer mit enthalten.

          Weitere Themen

          Verdiene ich genug?

          Online-Rechner : Verdiene ich genug?

          Wie viel Geld verdient man in welchem Beruf? Was würde ein Branchen- oder Ortswechsel bringen? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Das Statistische Bundesamt versucht jetzt, mit einem Online-Rechner schnelle Antworten zu liefern.

          Topmeldungen

          Vor der Wahl in Amerika : Welcome to Trumpland

          In Pennsylvania steht im Garten eines Hauses eine überdimensionale Trump-Figur. Sie ist ein Besuchermagnet für eingefleischte Fans des Präsidenten. Über einen Ort voller Enthusiasmus, Hoffnung und bedingungsloser Liebe.

          Neue Corona-Maßnahmen : Treffen unter dramatischen Vorzeichen

          Vor zwei Wochen konnten sich die Ministerpräsidenten nicht einigen. Jetzt sind die Infektionszahlen kaum noch kontrollierbar. Vor dem Treffen mit Merkel fordern immer mehr Politiker und Wissenschaftler harte Einschnitte mit strikten Kontaktbeschränkungen.
          „Ich will Apothekerin sein, keine Esoterik-Tante“, sagt Iris Hundertmark, 46, in ihrer Apotheke in Weilheim in Oberbayern. Seit zwei Jahren hat sie keine Globuli mehr in der Schublade.

          Homöopathie : Allein gegen die Globuli

          Iris Hundertmark ist vermutlich die einzige Apothekerin Deutschlands, die keine homöopathischen Präparate im Regal hat. Das hat ihr eine Morddrohung gebracht. Und steigende Umsätze.
          Weil die Schnelltests dann am sichersten sind, wenn die Viruslast bereits hoch und der Infizierte wirklich infektiös ist, sind Antigentests sogar besonders geeignet, akute Risiken schnell zu erkennen: Ein Mädchen in Delhi lässt sich testen

          Viren-Schnelltests als Chance : Raus aus dem Schlamassel!

          Weniger Lockdown-Streit, mehr Pragmatismus wagen in der Pandemie: Wieso Schnelltests rasch helfen sollten, das Leben mit dem Virus erträglich und sicherer zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.