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Hochschulstatistik : Mehr Frauen als Männer mit Hochschulabschluss

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Bild: Statistisches Bundesamt

Immer mehr junge Leute verlassen die Hochschulen in ihrem Erststudium mit einem Abschluss. Aus neuen statistischen Zahlen stechen die Frauen heraus. Und: Betriebswirte müssen sich von einem Vorurteil verabschieden.

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          Noch nie verließen so viele junge Männer und Frauen die Hochschule mit einem Abschluss in ihrem Erststudium. Für das Prüfungsjahr 2005 meldet das Statistische Bundesamt jetzt einen Rekord von 207.900 Studenten, ein Jahr zuvor waren es erst 191.800.

          Demnach ist auch der Anteil der Absolventen eines Erststudiums an der vergleichbaren alterspezifischen Bevölkerung so hoch wie noch nie: Für 2005 liegt die Quote bei 21 Prozent. Rechnet man die nicht deutschen Absolventen heraus, liegt die Quote noch zwei Punkte höher bei 23 Prozent.

          Verantwortlich für den steten Anstieg sind die jungen Frauen. Zwischen 1997 und 2005 ist die Quote der Absolventinnen von 15 auf 22 um sieben Punkte gestiegen, bei ihren männlichen Kommilitonen nur um drei auf 21 Prozentpunkte. Gab es 1997 noch 33.400 mehr männliche als weibliche Erstabsolventen, hat sich der Abstand 2002 auf 6600 verringert. 2005 waren es erstmals 3100 mehr Frauen als Männer, die mit Erstabschluss die Hochschule verließen.

          Er macht ihr längst nichts mehr vor
          Er macht ihr längst nichts mehr vor : Bild: fotolia.com

          Stellt man die Absolventen-Quote von 2005 bei einer durchschnittlichen Studiendauer von sechs Jahren der Studienanfängerquote von 31,3 Prozent sechs Jahre zuvor gegenüber, ergibt sich eine Differenz von 10,2 Punkten - ein Hinweis auf die Zahl der Studenten, die die Hochschule ohne Abschluss verlassen, heißt es in der Broschüre des Statistischen Bundesamtes. Vergleicht man die Quoten von 1999 und 2005, haben etwas mehr Männer (10,4 Prozent) als Frauen (10,1 Prozent) der Hochschule den Rücken gekehrt.

          Germanisten sind jünger

          Sein Erststudium erfolgreich beendet hat jeder, der zum ersten Mal auf einer Hochschule einen Abschluss erwirbt, auch wenn er oder sie nach einigen Semestern einmal das Studienfach gewechselt haben sollte. Im Schnitt waren die männlichen Erstabsolventen 28,2 Jahre alt, die Frauen etwas jünger, nämlich 27,4 Jahre. Das Durchschnittsalter der Uni-Abgänger hat sich seit Mitte der neunziger Jarhe wenig verändert, es ist aber zu erwarteten, dass die neuen Bachelor-Abschlüsse die Regelstudienzeiten verkürzen und Absolventen deutlich jünger von der Hochschule gehen. Absolventen mit einem Universitätsexamen sind im Schnitt genau 28 Jahre alt, Fachhochschulabgänger mit 27,8 Jahren etwas jünger. (lesen Sie über Absolventen ohne Abschluss - Studienabbruch: Riskantes Unternehmen oder Ein Abbruch ist kein Beinbruch)

          Von Fach zu Fach gibt es Unterschiede: Absolventen in den Wirtschaftswissenschaften haben im Schnitt 28,2 Jahre auf dem Buckel, Juristen sind nach dem ersten Staatsexamen 26,7 Jahre jung. Die Zahlen aus Wiesbaden räumen mit dem Vorurteil auf, dass die angehenden Betriebswirte schneller studieren als mancher Geisteswissenschaftler: BWLer sind am Ende ihrer akademischen Erstausbildung 27,4 und die Germanisten 27,2 Jahre alt.

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