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Hochschulen : Karriereplanung vom ersten Semester an

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Bewusstsein schaffen

Nicht nur in Potsdam versucht man möglichst früh mit Studenten Kontakt aufzunehmen. Das habe sich grundlegend verändert, sagt Marcellus Menke, Vorsitzender des Career Service Netzwerks in Deutschland, des Dachverbands der Career Center an deutschen Hochschulen. „Schon ganz am Anfang, manchmal schon vor Beginn des Studiums, wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass nach dem Studium der Beruf stehen sollte.“ Deshalb bietet beispielsweise der Career Service der Universität Münster Veranstaltungen schon für Erstsemester an. „Eine frühzeitige und gezielte Karriereplanung wird seit einigen Jahren gesellschaftlich als wichtiger erachtet“, sagt Telje Busse, Projektleiterin des Career Service der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Münster.

Deutsche Hochschulen kopieren dabei oftmals Instrumente aus dem Ausland - zum Beispiel das „Get together“ mit Unternehmensvertretern oder die „Case Studies“, bei denen ein Unternehmen einen Wettbewerb auslobt und als Gewinn ein Praktikum winkt. Zunehmend beliebter werden auch die „Recruiting Calendar“, die viele Career Center auf ihren Internetseiten haben und in denen die Studenten nachschauen können, wann welches Unternehmen mit der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern beginnt.

Bewerbungsmappen- und Lebenslaufchecks

Die finanzielle und personelle Ausstattung der Career Center, aber auch die Qualität der Beratung variieren stark: „Es gibt gewachsene Einrichtungen mit einem großen Stab an Mitarbeitern, aber auch Center, die aus nur einer halben befristeten Stelle bestehen“, erklärt Menke vom Verein der Career Services. Er kritisiert, dass viele Hochschulen die Career Center nicht aus dem regulären Haushalt finanzierten. Es müsse mehr Geld in die Center fließen. „Im Moment sind die Kapazitäten viel zu klein“, sagt Menke.

„Career Center sollten nicht nur als ,nice to have’ betrachtet werden“, sagt Wagner von der Universität Potsdam. „Die Vorbereitung der Studenten auf die Arbeitswelt sollte an allen Hochschulen einen höheren Stellenwert bekommen.“ Traditionell liegt der Fokus an deutschen Hochschulen immer noch eher darauf, die Studenten auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten, und weniger darauf, den Kontakt zu Unternehmen herzustellen. „Bewerbungsmappen- und Lebenslaufchecks sind bei uns am stärksten gefragt“, sagt Busse vom Career Service in Münster. Sie bietet Seminare mit Bewerbungstrainern an, übt mit den Studenten das Formulieren von Anschreiben und vermittelt den Kontakt zum Centrum für Rhetorik in Münster, das den Studenten die richtige Körpersprache und Gesprächsführung beibringt.

Karrieremessen

Kontakte zu Unternehmen werden aber wichtiger. Einmal im Jahr veranstaltet die Universität Münster eine Karrieremesse, wo sich rund 50 Unternehmen vorstellen und an der gut 3000 Studenten teilnehmen. „Es geht nicht nur um den Berufseinstieg, sondern um Praktika und Werkstudentenjobs, alles Dinge, die früher im Studium ansetzen“, erklärt Busse. Die Universität in Halle veranstaltet drei Messen im Jahr. Das einzige Manko sei der Kontakt zu kleineren Unternehmen aus der Region, sagt Tina Küstenbrück vom Career Center in Halle.

Auch an privaten Hochschulen stellen sich eher die bekannteren Unternehmen vor - zum Beispiel an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz. Nach jeder Unternehmenspräsentation findet in Vallendar ein Networking-Dinner statt, wo die Studenten bei einem Glas Wein mit dem Geschäftsführer oder dem Bereichsleiter ins Gespräch kommen können. Dabei gilt aber: Bloß nicht den Superstar herauskehren. „Klar müssen Sie selbstbewusst auftreten“, sagt die Leiterin des Career Centers, Heike Hülpüsch, „aber nicht übertreiben.“ Etwa 30 Unternehmen kommen in einem Semester an die private Universität. „Den Zugang zu unserer Absolventendatenbank eröffnen wir nur unseren Förderern“, erklärt Hülpüsch. Die Studenten melden sich zu den Veranstaltungen online an, nicht jeder kann überall mitmachen. „Das soll ja auch etwas bringen“, sagt Hülpüsch.

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