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Geldverdienen im Studium : Nebenjobs kosten Zeit, aber keine guten Noten

  • -Aktualisiert am

Kellnern gehen - schadet das eigentlich dem Studium? Bild: Jonas Wresch

Nicht jeder kann sein Studium einfach durchziehen, ohne nebenher Geld verdienen zu müssen. Aber schaden Kellnern, Nachhilfe und Co eigentlich den Leistungen?

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          Wohl dem, der sein Studium ohne Ablenkung durchziehen kann – zum Beispiel ohne die Ablenkung, Geld verdienen zu müssen, weil familiäre Unterstützung oder Bafög nicht reichen. Allerdings sind diese Sorglos-Studenten in der Minderheit, wie die regelmäßigen Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks zeigen. Diese größte bundesweite Befragung von Studenten in Deutschland ergab zuletzt, dass etwa zwei von drei Studenten während ihres Studiums einem Nebenjob nachgehen. Fünf Jahre zuvor kam heraus, wie viel Zeit sie das kostet: Demnach arbeiteten sie in einer typischen Semesterwoche im Durchschnitt 13 Stunden, um ihr Studium zu finanzieren. Weniger präzise wurde bisher allerdings die Frage beantwortet, ob diese Zusatzbelastung vor allem zu Lasten der Studienzeit oder der Studienleistung geht – oder ob beides gleichermaßen leidet.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass sich ein Nebenjob während des Bachelor-Studiums nicht wesentlich auf die Abschlussnote auswirkt, die Studiendauer sich allerdings sehr wohl verlängert. Die Abschlussnote falle nur geringfügig schlechter aus als bei Studenten ohne Nebenjob, heißt es. Wer zehn Prozent seiner Regelstudienzeit in einem Nebenjob arbeitet, benötige durchschnittlich aber einen Monat länger, um sein Studium abzuschließen.

          Das DIW wertete für seine Studie Daten des Nationalen Bildungspanels aus und wertete Praktika nicht als studentische Beschäftigung. Mal abgesehen davon, dass Nebenjobs die Chance erhöhen können, nach dem Studium schnell eine Vollzeitstelle zu bekommen: Ein längeres Studium erhöht normalerweise nicht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Außerdem verschiebt sich dadurch das Geldverdienen nach hinten.

          Bachelorstudenten nehmen heute nicht seltener Jobs an an früher

          Die Autoren der Studie fokussierten sich ausschließlich auf Bachelor-Vollzeitstudenten im Präsenzstudium – eine Klientel also, die nach der Bologna-Reform eigentlich weniger für Nebenjobs in Frage zu kommen scheint. Denn fixe Studienpläne, hohe Prüfungsdichte und verstärkte Anwesenheitspflicht sprechen auf den ersten Blick dagegen.

          Allerdings nimmt diese Studentengeneration nicht viel seltener Nebenjobs an als frühere. Allenfalls das geringere Alter von Bachelor-Studenten sorge dafür, dass der eine oder andere nicht auf dem Arbeitsmarkt lande. Das Thema Nebenjob nimmt mit zunehmendem Alter und fortschreitendem Studium Fahrt auf: Zu Beginn hat die große Mehrheit, nämlich 80 Prozent, keine Arbeit neben dem Studium, aber das kehrt sich schnell um. Nach einem Jahr an der Uni haben schon 42 Prozent einen Nebenjob, nach zwei Jahren sind es 50 Prozent. Auch die wöchentliche Arbeitszeit steigt nach und nach an.

          Studenten der Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften haben in den ersten zwei Jahren ihres Studiums im Durchschnitt um 6 Prozentpunkte häufiger einen Nebenjob als Studenten der Natur- und Ingenieurwissenschaften und aus dem Lehramt. 86 Prozent der Studenten war mindestens einmal neben dem Studium erwerbstätig, im Durchschnitt widmeten sie 20 Prozent ihrer Regelstudienzeit einem Nebenjob.

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