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Gaststudenten : Gebührenpflicht für Gäste

Bild: F.A.Z./Tresckow

In Australien müssen Gaststudenten aus dem Ausland doppelt so hohe Gebühren wie Einheimische zahlen. So verdient das Land mit Bildung viel Geld. Ein Vorbild für Deutschland?

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          Sonne, Strand und Surfen - so stellen viele sich ein Auslandsstudium in Australien vor. Dabei wäre „Studiengebühr“ als Stichwort mindestens genauso richtig. Denn Australien hat ein gestaffeltes Studiengebührensystem, in dem Ausländer mehr zahlen müssen als Inländer. Für Jan Westphalen zum Beispiel, der für Umweltmanagement an der University of South Australia in Adelaide eingeschrieben ist, kostet das Studium so viel wie ein Kleinwagen. Umgerechnet 21 000 Euro investiert er in seinen Studiengang, doppelt so viel wie seine einheimischen Kommilitonen. Die Kosten werden nicht je Semester berechnet, sondern je Kurs; schnelles Studieren bringt daher nichts. Zudem hängen die Gebühren vom Studiengang ab: Medizin und Jura sind besonders teuer, Grafikdesign und Ethnologie eher günstig.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In den Augen mancher deutscher Finanz- und Bildungspolitiker sieht das australische Modell wie der Stein der Weisen aus. Statt für die Hochschulen immer nur Geld auszugeben - im vergangenen Jahr waren es insgesamt fast 17 Milliarden Euro sogenannte Grundmittel -, könnten die Bundesländer auf diese Weise womöglich sogar etwas an ihnen verdienen. Zurzeit erheben Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg zwar Studiengebühren, aber der Satz ist mit maximal 500 Euro je Semester niedrig. Und zur Kasse gebeten werden ausländische und inländische Studenten gleichermaßen, das ist in den Hochschulgesetzen festgeschrieben.

          Die Einschläge kommen näher

          „Immer wenn Finanznot herrscht, dann kommt die Diskussion über höhere Studiengebühren für Ausländer hoch“, sagt Johannes Glembek, der Geschäftsführer des Bundesverbands ausländischer Studierender. Vor drei Jahren führte die Universität Bonn für ihre Studenten aus nicht zur Europäischen Union gehörenden Ländern eine - inzwischen wieder abgeschaffte - Betreuungsgebühr von 150 Euro je Semester ein. Vor drei Monaten sprachen sich der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) und der sozialdemokratische Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) in ungewohnter sozialliberaler Einigkeit prinzipiell für Studiengebühren für internationale Studenten aus. „Wohlhabende Ausländer sollten das bezahlen, was ein Studium in einer der angesehensten Wissenschaftsnationen der Welt wert ist“, zitierte Pinkwart damals die „Zeit“.

          Die Einschläge kommen näher, so könnte Johannes Glembek es empfinden. Denn die Schuldenlast von Bund und Ländern wächst. Schon hat Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gefordert, die Bildungsausgaben nicht länger von der Spardebatte auszunehmen. Bei jeder solchen Nachricht, sagt Johannes Glembek, fürchte er, dass der finanzielle Druck nun auch groß genug für die Ausländergebühr werden könnte.

          In England und Amerika üblich

          Auch in Großbritannien und an vielen amerikanischen Hochschulen sind die Gebühren für internationale Studenten höher als für Einheimische, berichtet Alexandra Michel von der Studienberatung College Contact in Münster. Dennoch bleibt Australien das Paradebeispiel: Jeder vierte Student dort ist Ausländer. 629.000 „full fee paying students“ aus dem Ausland zählt die Statistik, 250.000 von ihnen sind an Universitäten eingeschrieben. Rund 17 Milliarden Dollar hat das Land nach Auskunft der Australian Trade Commission im vergangenen Jahr im Bildungssektor eingenommen, dank Studiengebühren, populären Sprachschulen und Einnahmen aus der Lehrlingsausbildung. Die Bildungsbranche nimmt damit Platz vier auf der Rangliste der australischen Exportgüter ein - gleich hinter Gold, Kohle und Eisenerz.

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