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Interview mit Nida-Rümelin : „Der Akademisierungswahn ist vorbei“

Julian Nida-Rümelin (SPD) lehrt in München. Er war Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröders. Bild: dpa

Julian Nida-Rümelin, Professor für Philosophie und Politische Theorie, spricht über den Akademisierungswahn und den daraus entstandenen Fachkräftemangel in Deutschland. Wie sieht die Zukunft der beruflichen Bildung aus?

          3 Min.

          Herr Nida-Rümelin, bei uns zu Hause ist ein Fenster undicht, und kein Handwerker ist dafür zu finden. Eine Folge des „Akademisierungswahns“, vor dem Sie vor fünf Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung warnten?

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Wenn Sie sich ein paar Jahre zurückerinnern, wurde immer gesagt, wir haben aufgrund der demographischen Schrumpfung mit einem großen Fachkräftemangel zu rechnen. Und dann kam: Aufgrund dessen brauchen wir weit mehr Studierende, und wir müssen die Hochschulen ausbauen. Und das habe ich kritisiert. Ich habe damals gesagt: Was sich abzeichnet, ist in der Tat ein massiver genereller Fachkräftemangel, aber dann noch mal in erster Linie in den nichtakademischen Bereichen. Damals war das sehr exotisch. Aber genau das ist eingetreten.

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