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Digitalisierung : Lernen Ingenieurstudenten noch das Richtige?

  • -Aktualisiert am

Maschinenbaustudenten: Müssen die Studiengänge mehr auf die Digitalisierung reagieren? Bild: dpa

Deutschland – Land der Ingenieure, aber ohne Daten und KI geht es in Zukunft kaum noch. Jetzt herrscht Sorge, dass das klassische Ingenieurstudium den Nachwuchs gar nicht mehr richtig vorbereitet.

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          Wer in Deutschland mehr als 200.000 Ingenieure beschäftigt, hat logischerweise ein wachsames Auge auf die Ausbildung von Jungingenieuren an den Hochschulen. Zumal dann, wenn sich seine Welt gerade rapide verändert. Die deutschen Maschinenbauer jedenfalls, als Branche größter industrieller Arbeitgeber hierzulande, haben eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden: Was wird an den Hochschulen gelehrt – und passt das noch in eine Zeit, die von Digitalisierung, Datenflut und Künstlicher Intelligenz geprägt ist? Die Sorge ist groß, dass das klassische Ingenieurstudium und die moderne Welt nicht mehr zusammenpassen; denn Industrie und Internet verschmelzen mehr und mehr, Maschinen sind vernetzt, kommunizieren, planen eigenständig voraus, sammeln Unmengen an Daten. Ohne IT-Kenntnisse geht da nichts mehr.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung in München (ISF) hat deshalb für den Maschinenbauverband VDMA in Unternehmen und Hochschulen nachgefragt, ob die Inhalte noch zu den Anforderungen passen und an welcher Stelle Änderungen nötig sind. Dass sich etwas tun muss, halten die Autoren für ausgemacht. Im Maschinenbau, aber auch in der Elektrotechnik seien Grundlagenkenntnisse aus der Informatik künftig unverzichtbar. Das lässt sich schon an jenen Arbeitsfeldern ablesen, deren Beherrschung Unternehmen von Ingenieuren heutzutage erwarten: Informatik, Data Science, Datensicherheit.

          Allerdings sind die Autoren skeptisch, was die Umsetzung betrifft. Die Curricula seien voll, und neue Inhalte hinzuzufügen hieße, alte zu streichen. Abgesehen davon seien die administrativen Hürden in den Fakultäten und Fachbereichen hoch. Die akademischen Mühlen mahlen langsam, während sich die Arbeitswelt der Ingenieure schneller denn je verändert.

          Industrie 4.0 ist kein Schwerpunkt

          Ohne größere interdisziplinäre Verschränkung von Studieninhalten sei dem nicht beizukommen. Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik müssten enger verzahnt werden. Die Studie schlägt ein gemeinsames ingenieurwissenschaftliches Grundstudium über zwei Semester vor. Dort bekämen Studenten dann von allem genug mit. Ansetzen müssten die Hochschulen bei der Lehre, die Forschung hingegen sei fortgeschrittener und näher an den neuen Inhalten. Insgeheim hegen Autoren und Auftraggeber sogar die Hoffnung, dass die größere Bedeutung von IT-Themen mehr Frauen anlocken könnte. In den vergangenen Jahren waren Versuche, die Zahl der Ingenieurinnen merklich zu steigern, eher enttäuschend verlaufen.

          Zwar gibt es heute deutlich mehr Studiengänge als früher, allerdings ist ein Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0 noch nicht dabei. Eine Umetikettierung sei jedoch kein Ziel. Es reiche, die bisherige solide Grundausbildung um zusätzliche neue Inhalte zu erweitern. Hier sei man erst am Anfang.

          Gefragt, was er angehenden Ingenieuren heutzutage raten würde, sagte Eckhard Heidling, Wissenschaftler am ISF und Projektleiter der Studie: „Früh um IT kümmern und Praktika in forschungsstarken Unternehmen.“

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