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Weiterbildung : Die Management School Kassel macht Karriere

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Manager von morgen? Die Universität Kassel hat eine Bildungsattraktion mehr. Bild: dpa

Schwieriger Erfolg mit berufsbegleitender Bildung: Erst im zweiten Anlauf und im Zusammenspiel mit der Uni ist der Management School Kassel der Durchbruch gelungen. Warum es keineswegs selbstverständlich ist, dass Studenten neue Angebote annehmen.

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          Nicht jede gute Idee erobert geradewegs den Markt. Manchmal braucht es den Misserfolg, um aus Fehlern zu lernen und den Durchbruch zu schaffen. So jedenfalls erging es der privaten Kassel International Management School (Kims), die sich erst in einem zweiten Anlauf unter der unternehmerischen Führung der Universität Kassel etablierte - jetzt als Unikims, der Management School der Universität. Beinahe fünfzehn Jahre nach der offiziellen Eröffnung der Kims im Februar 2001 reklamiert die Universität Kassel mit Hinweis auf ihre Unikims selbstbewusst den Erfolg für sich: Sie habe das breiteste Angebot an universitärer berufsbegleitender Weiterbildung in Deutschland und greife wie keine andere Hochschule auf Erfahrungen aus weit mehr als zehn Jahren auf diesem Gebiet zurück.

          Wegen der Qualität der Inhalte und der Organisation der Studiengänge zieht sie unterdessen mit ihrer Weiterbildung in Human-, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften international immer mehr Studenten mit einem ersten akademischen Abschluss und erster Berufserfahrung an. An der Unikims studierten im Jahr 2014 etwa 400 Postgraduierte in den neun Masterprogrammen. Das waren etwa 20 Prozent mehr als 2013. Im vorigen Jahr ist die Zahl der Studenten auf 500 gestiegen. Sie kommen aus etwa 300 Unternehmen. 2016, sagt Jochen Dittmar, Geschäftsführer der Unikims, werde die Studentenzahl „mindestens auf diesem Niveau liegen“. Zwei weitere Masterstudiengänge im Projekt- und Energiemanagement kommen hinzu.

          Aber nicht nur die Nachfrage stimmt, auch Umsatz und Ertrag können sich sehen lassen. Der Umsatz wuchs von 1,8 Millionen Euro im Jahr 2012 auf etwa 2,1 Millionen Euro im vorigen Jahr. Die Umsatzrendite beziffert Dittmar mit etwa 10 Prozent. Mit Bildung Geld zu verdienen ist für ihn nicht unehrenhaft, im Gegenteil: „Wir brauchen den Gewinn, um neue Angebote zu entwickeln.“ Die lebensbegleitende wissenschaftliche Weiterbildung sei für die Universität eine gleichberechtigte Aufgabe neben den klassischen Aufgaben Forschung und Lehre. Die Universität folge damit beispielgebend dem Auftrag zur Weiterbildung, der im Hessischen Hochschulgesetz verankert sei.

          Strikte Aufgabentrennung

          Die Unikims und die Universität teilen sich - strikt getrennt - die Aufgaben. Die Universität entwickelt Studienangebote für die berufsbegleitende Weiterbildung und sichert nach den Maßstäben einer Hochschule deren Wissenschaftlichkeit, Unabhängigkeit, Freiheit und Qualität. Die Konzeptionierung der Weiterbildung und die Lehre auf wissenschaftlichem Niveau obliegen allein den Fachbereichen der Hochschule.

          Die Unikims GmbH ist von diesen getrennt. Sie organisiert den technischen Ablauf des einzelnen Studiengangs, seine Finanzierung, das Marketing und die Betreuung der Studierenden im Studienablauf. Die Angebote müssen laut Gesetz kostendeckend sein. Sie müssen sich in ihrer Gesamtheit tragen und dürfen nicht zu Lasten anderer Aufgaben der Hochschule subventioniert werden. „Die Kosten und Einnahmen der berufsbegleitenden Weiterbildung lassen sich klar von den Kosten und Einnahmen der Hochschule für die allgemeine Hochschulbildung trennen. Der Rechnungshof wacht über die Trennungsrechnung“, sagt Dittmar.

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