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Mehr Studenten aus Amerika : Passau statt Princeton

Lernen an deutschen Unis: sogar für Amerikaner mittlerweile höchst attraktiv. Bild: dpa

Nicht nur deutsche Abiturienten träumen von einem Studium in den Vereinigten Staaten. Längst ist es auch umgekehrt. Deutsche Unis sind gut und vor allem eines: umsonst. Bloß wie lange noch?

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          Jena statt Yale, Saarbrücken statt Stanford, Passau statt Princeton: Träumten einst Heerscharen deutscher Abiturienten von einem Austausch- oder Studienjahr in Amerika, gibt es seit neuestem auch den umgekehrten Trend: Anstelle sich an teuren Privatuniversitäten mit horrenden Studiengebühren einzuschreiben, interessieren sich mehr und mehr amerikanische Studenten für einen Platz an einer deutschen Hochschule. Gebührenfrei, mit günstigen Sozialversicherungen und qualitativ hochwertig, sei das Studium in Deutschland, so beschreibt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) die Vorteile.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Die Zahlen der amerikanischen Studenten hierzulande sprechen denn auch eine deutliche Sprache - sie steigen seit Jahren stark an. 4855 Amerikaner waren im Wintersemester 2013/2014 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes an deutschen Hochschulen eingeschrieben; zehn Jahre zuvor waren es nur 3324 gewesen. Tendenz steigend. Deutschland ist nach DAAD-Angaben mittlerweile das drittwichtigste Gastland für amerikanische Studenten, die ins Ausland wollen - nach Großbritannien und Kanada.

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          „Gingen vor einigen Jahrzehnten für jeden Amerikaner, der nach Deutschland kam noch vier deutsche Studenten in die Vereinigten Staaten, ist das Zahlenverhältnis jetzt fast ausgeglichen“, schreibt Sebastian Fohrbeck, Direktor der Stipendienabteilung des DAAD zum Thema. Deutschland werde als Studien- und Forschungsort von jungen Amerikanern immer ernster genommen. Das sei eine sehr erfreuliche Entwicklung. Sicherlich: China oder Indien haben als Herkunftsländer ausländischer Studierender in Deutschland überproportional an Bedeutung gewonnen. Amerika steht in der Liste der wichtigsten Herkunftsländer derzeit nur auf Platz 16. Gleichwohl wachse die Zahl der Menschen, die überhaupt studieren in China oder Indien gigantisch, in den Vereinigten Staaten bleibt sie weitgehend gleich, sagt ein DAAD-Sprecher. Deshalb sei die wachsende Beliebtheit Deutschlands unter amerikanischen Studenten auf jeden Fall bemerkenswert.

          Vor allem das Masterstudium trifft auf besonderes Interesse der amerikanischen Studierenden in Deutschland. Fast die Hälfte (49 Prozent) studierten im Wintersemester 2012/13 in Masterstudiengängen, 25 Prozent in Bachelorstudiengängen. Weitere 14 Prozent strebten eine Promotion hierzulande an. Attraktiver geworden ist das Studium in Deutschland sicherlich auch, weil mehr und mehr Studieninhalte auf Englisch angeboten werden. Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz listet 1020 Studiengänge an deutschen Hochschulen, in denen hauptsächlich auf Englisch gelehrt wird.

          Dass nicht nur Chinesen, Russen und Inder in großer Zahl zum Studium nach Deutschland kommen, sondern auch mehr und mehr Amerikaner könnte für Deutschland von Vorteil sein. Vor allem, wenn sie nach dem Studium bleiben und kreative Geschäftsideen mitbringen. „Es ist keineswegs unattraktiv für uns, wenn das Wissen und Know-How dieser Studenten zu uns kommt. Das kann sich in neuen Arbeitsplätzen niederschlagen, wenn sie eine Geschäftsidee haben und in Berlin ein Start-up eröffnen“, lässt sich etwa der Berliner Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach (SPD) in der BBC zitieren.

          Die Kehrseite: Die Studenten sind natürlich für Deutschland auch ein Kostenfaktor - eben gerade durch das gebührenfreie Studium. Ein durchschnittlicher Bachelorstudent kostet für die Dauer seines Studiums nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 25.800 Euro, ein durchschnittlicher Masterstudent 16.200 Euro. Deshalb mehren sich stellenweise in Deutschland derzeit auch wieder die Stimmen, die eine Rückkehr zu Studiengebühren fordern. So auch die Ökonomen Katja M. Fels, Christoph M. Schmidt und Martin G. Sinning in der Freitagsausgabe der F.A.Z.: „Die Öffentlichkeit sollte die Chance nicht verstreichen lassen, jetzt über ein sozialverträglich ausgestaltetes Gebührenmodell zu diskutieren und von anderen Ländern zu lernen“, schreiben sie.

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