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Beliebte Fremdsprache : Man spricht Deutsch

  • Aktualisiert am

Deutsch als Fremdsprache wird weltweit immer beliebter. Bild: dapd

Die Universität Cambridge richtet ein Forschungszentrum für Deutschland-Studien ein, in China, Indien und Brasilien wird Deutsch als Fremdsprache immer beliebter. Die Gründe sind pragmatischer Natur.

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          Gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) richtet die Universität Cambridge ein Forschungszentrum für Deutschland-Studien ein. Es wird schon 2016 seine Arbeit aufnehmen. Jetzt schon arbeiteten in Cambridge viele Wissenschaftler zu deutschen Themen, sagte der Rektor, Sir Leszek Borysiewicz. Die neue Partnerschaft werde die wissenschaftliche Zusammenarbeit, vor allem die interdisziplinäre Deutschland-Forschung und die Auslandsgermanistik, zwischen Cambridge und deutschen Einrichtungen voranbringen. Der DAAD wird das Zentrum aus Mitteln des Auswärtigen Amtes fördern. Geplant sind neben Konferenzen zu Deutschland-Themen vor allem Gastaufenthalte für Wissenschaftler in Cambridge.

          Fast zeitgleich veröffentlichte der DAAD seine Studie „Deutsch als Fremdsprache weltweit”, einer Statistik zur Stellung der deutschen Sprache in der Welt, die das „Netzwerk Deutsch”  alle fünf Jahre auf Initiative des Auswärtigen Amts gemeinsam mit dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes (BVA) erhebt. Das Ergebnis: Das Interesse an Deutsch als Fremdsprache wächst besonders in China, Indien und Brasilien. Im asiatischen Raum hat sich die Nachfrage seit 2010 teilweise vervielfacht. In Europa blieben die Zahlen in den letzten Jahren weitgehend konstant. Insgesamt lernen derzeit weltweit 15,4 Million Menschen Deutsch.

          Auch in Südamerika, im Nahen und Mittleren Osten und besonders in Asien wird Deutsch zunehmend nachgefragt: In Brasilien lernen heute 134.000 Menschen Deutsch, in China 117.000 und in Indien 154.000. Damit haben sich die Zahlen zum Beispiel in China seit 2010 mehr als verdoppelt. Auch in Europa gibt es weiterhin ein großes Interesse an Deutsch als Fremdsprache – dort lernen derzeit 9,4 Millionen Menschen Deutsch und bilden damit den Schwerpunkt der Deutschlerner weltweit. Spitzenreiter ist Polen mit rund 2,28 Millionen. Im Vergleich zu 2010 sind die Zahlen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion – vor dem Hintergrund nur begrenzt beeinflussbarer Rahmenbedingungen – erneut zurückgegangen. In Frankreich sind die Zahlen mit 1 Million Deutschlernenden stabil geblieben.

          Die diesjährige Erhebung bestätigt, dass deutsche Sprachkenntnisse überwiegend an Schulen erworben werden. Von den weltweit erfassten Deutschlernenden sind 87 Prozent Schüler (13,4 Millionen). Die rund 1.800 Schulen der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts (PASCH), zu denen die Deutschen Auslandsschulen, die Sprachdiplom-Schulen und die FIT-Schulen mit 600.000 Schülern gehören, haben dabei eine Leuchtturmfunktion. Die PASCH-Initiative wird in Kooperation mit der ZfA, der KMK, dem Goethe-Institut, dem DAAD und dem Pädagogischen Austauschdienst durchgeführt. Im Hochschulbereich lernen aktuell 1,3 Millionen Studierende Deutsch (8,8 Prozent).

          Im Bereich der Erwachsenenbildung sind es etwa 600.000 Deutschlernende (4,2 Prozent). An Sprachkursen der Goethe-Institute im Ausland nahmen im vergangenen Jahr 228.528 Menschen weltweit teil. Die Zahl der Lernenden lässt Tendenzen und Entwicklungen für das Interesse an der deutschen Sprache in der Welt erkennen: Deutschkenntnisse werden vor allem als wichtig für die berufliche Karriere erachtet – sei es im jeweiligen Heimatland oder auch, um in Deutschland zu studieren, zu arbeiten und zu leben. Für Studierende und Fachkräfte aus dem Ausland, die sich für ein Leben in Deutschland entscheiden, sind die Angebote der Förderung von Deutsch als Fremdsprache daher eine wichtige Brücke nach Deutschland.
           

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