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Universitätsbibliotheken : Lernen und flirten

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Gut was los in der Bibliothek des Campus Westend in Frankfurt. Bild: Daniel Vogl

Uni-Bibliotheken sind beliebter denn je und ziemlich oft überfüllt. Was die Studenten suchen, wie sie arbeiten – und was sie sonst noch im Sinn haben.

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          Für einen guten Platz zum Lernen muss man heutzutage früh aufstehen. Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster zum Beispiel öffnet um acht Uhr. Schon eine Viertelstunde vorher stehen Studierende vor dem Eingang dicht an dicht. Sie wissen: Wenn sie wesentlich später kommen, gehen sie womöglich leer aus. „Wir versuchen ständig, neue Arbeitsplätze zu schaffen, und zwar auch für Gruppen“, sagt die Direktorin Beate Tröger und seufzt. Es ist ein ständiger Kampf.

          Als Christiane Wyrwol im Jahr 1981 als Bibliothekarin an der Technischen Universität Berlin anfing, bot sich ihr noch ein anderes Bild. „In den Semesterferien hatten die Studierenden einen Job, oder sie hatten frei“, sagt sie. Während dieser Zeit seien die Bibliotheken der TU verwaist gewesen und in den übrigen Monaten längst nicht so voll wie heute. Inzwischen aber ist die Uni-Bibliothek, deren Leihstelle nun von Studierenden und Forschenden der TU und der nahen Universität der Künste gemeinsam genutzt wird, fast das ganze Jahr über stark frequentiert. Seit der Einführung von Bachelor und Master sei der Stundenplan so voll, dass auch während der Ferien Prüfungen anstünden, für die Studierende büffeln müssten, sagt Christiane Wyrwol. Allenfalls im Urlaubsmonat August ziehe in der Uni-Bibliothek ein wenig Ruhe ein.

          Besonders beliebt sei der Februar, ein Monat, in dem viele Studenten für ihre Prüfungen lernen, erzählt Frauke Engels. Sie leitet die Abteilung Benutzung der Uni-Bibliothek an der Humboldt-Universität. Diese ist in einem modernen, gutausgestatteten Gebäude mitten in der Stadt untergebracht, nahe dem starkfrequentierten Bahnhof Friedrichstraße. Deshalb ist sie auch bei Studenten anderer Berliner Hochschulen beliebt. „Die Nutzer sitzen auf dem Boden und sogar auf den sogenannten Elefantenfüßen“, berichtet Engels. Das sind Hocker, mit denen man die oberen Regale erreicht. „Sie rollen einen Elefantenfuß an ein leeres Regal und haben dann eine Art Tisch.“

          Zugriff auf unterschiedliche Medien

          Aus anderen Städten hört man ähnliche Berichte. Vielerorts haben Bibliothekare Strategien entwickelt, um dem Ansturm Herr zu werden. So können separate Arbeitsräume oft nur von Studierenden und Mitarbeitern der eigenen Hochschule gebucht werden, nicht von Auswärtigen. Die Bibliothek der Humboldt-Uni hat Parkscheiben eingeführt, mit denen Nutzer, wenn sie Pause machen, die Uhrzeit ihrer Rückkehr ankündigen. „Der Wachschutz muss das kontrollieren, sonst würde das nicht funktionieren“, sagt Frauke Engels. Herrenlose Besitztümer würden „unter Zeugen in eine Tüte gepackt und neben den Tisch gestellt“. So werde sichergestellt, dass auch andere den Platz nutzen können.

          Dass die Universitätsbibliotheken so beliebt sind, liegt wohl daran, dass sie noch mehr Aufgaben erfüllen als in vergangenen Jahren – und dass sie viel mehr zu bieten haben. Wo früher Bücher und Fachzeitschriften darauf warteten, gelesen zu werden, haben Studenten und Wissenschaftler heute Zugriff auf viele unterschiedliche Medien. „Universitätsbibliotheken sind inzwischen mit vielen Museen, Archiven und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen vernetzt, so dass die Nutzer in den Beständen recherchieren können“, sagt Beate Tröger, die im Bundesvorstand des Deutschen Bibliotheksverbandes sitzt.

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