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Der Bachelor im Test (6) : Im Career Center bebrüten Brains Soft Skills

  • -Aktualisiert am

Lieber schnell weiter im Text

Und dann folgt ein Satz, der mit einem Mal die ganze verquere Lage der "soft skills" an den Universitäten aufzeigt. Denn eigentlich, so Narjes, befänden sich die Studenten in einer paradoxen Situation: "Sie haben die berufsqualifizierenden Kompetenzen in Ihrem Studienplan, um Ihre Zukunft zu planen, aber die Zukunft ist heutzutage einfach nicht planbar." Das sitzt. Unweigerlich stellt sich einem die Frage, welchen Zweck die berufsqualifizierenden Kompetenzen denn dann noch erfüllen. Aber das wird nicht mehr thematisiert. Schnell weiter im Text, als ob nichts gewesen wäre.

Die Verantwortlichen des Fachbereiches Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften versuchen, das Beste aus der vertrackten Lage zu machen. Sogar eine für den ABK-Bereich zuständige Arbeitsstelle für Studium und Beruf ist hier eingerichtet. Geht es nach der Leitung der Universität, sollen die anderen Fakultäten möglichst schnell nachziehen. Für das kommende Semester ist geplant, für den reibungslosen Ablauf der berufsorientierenden Angebote in jeder Fakultät mindestens eine Vollzeitkraft zu beschäftigen.

Von der Universitätsverwaltung werden den Fachbereichen nur die Rahmenbedingungen vorgegeben. Die konkrete Umsetzung obliegt den jeweiligen wissenschaftlichen Einrichtungen. Dadurch existiert bei der Umsetzung der berufsorientierenden Maßnahmen in der deutschen Wissenschaftslandschaft ein Flickenteppich. Weder dem Namen nach noch inhaltlich gleichen sich die Konzepte. Der für die Überprüfung der Zulassung von Studiengängen verantwortliche Akkreditierungsrat entscheidet jeweils individuell, ob das von der einzelnen Hochschule vorgelegte Gesamtkonzept schlüssig ist oder nicht. Die "soft skills" müssen darin enthalten sein, ihre konkrete Ausgestaltung ist aber immer auf die Ausbildungsziele des Studiengangs abzustimmen.

Wechsel des Studienorts sehr schwer

Dieser Individualismus macht es äußerst schwer, den Überblick über die einzelnen berufsorientierenden Angebote zu behalten. Aber nicht nur das: Er weist auch auf ein Problem der neuen Studiengänge hin. Denn da jede Hochschule ihre Studiengänge mit jeweils eigenen Schwerpunkten und individuell zusammengestellten Modulen konzipieren darf, wird ein Wechsel des Studienstandortes jetzt fast noch schwieriger, als dies bei Magister- und Diplomstudiengängen der Fall war. Nun kann es passieren, dass ein Kieler Politikwissenschaftsstudent, der nach Hamburg wechseln möchte, mehrere Seminare aus Modulbereichen nachholen muss, weil seine Kurse aus Kiel nicht dem Hamburger System entsprechen. In diesem Punkt könnte der Bologna-Prozess - dessen Herzstück von Beginn an eine größere Vergleichbarkeit der Studiengänge und die verbesserte Mobilität der Studenten war - bereits gescheitert sein, bevor er in Gänze umgesetzt ist.

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