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Bildungssponsoring : Spende mit Hintergedanken

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Dabei haben Unternehmen immer auch die Studenten von morgen im Blick. So spendiert Autozulieferer Continental einer Gesamtschule am Firmensitz in Hannover ein nagelneues Chemielabor, um den Nachwuchs für naturwissenschaftliche Studienfächer zu begeistern und den ein oder anderen zukünftigen Ingenieur zu fördern.

Experimentierkästen vom Baukonzern

Noch früher starten neun Grundschulen in Mannheim: Sie werden neuerdings vom Baukonzern Bilfinger Berger unterstützt. Das Unternehmen stellt Experimentierkästen zur Verfügung, mit denen Schüler die Naturwissenschaften spielerisch erlernen sollen – zum Beispiel wie man Wasser von Schmutz reinigt oder wie man Quark herstellt. 46 Experimente sind mit den Kästen möglich. Zum Einsatz kommen Pipetten, Stövchen und ein Handbuch.

Auch die Schulung der Lehrer finanziert Bilfinger Berger. Das Sponsoring will der Baukonzern als Bekenntnis zum eigenen Standort verstanden wissen. „Bislang waren wir vor allem in der Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter aktiv“, sagt Heinrich Beck, Personalleiter bei Bilfinger Berger. „Unser erweitertes Bildungsengagement ist Ausdruck unseres Wunsches, den Wissensstandort Deutschland auch außerhalb unseres Unternehmens zu stärken.“

Hinter dem Experimentierkasten-Projekt mit dem Namen „NaWi – geht das? Naturwissenschaftliche Inhalte im Grundschulunterricht“ steht die Wissensfabrik. In diesem Netzwerk haben sich mehr als 40 Unternehmen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen, um ihre Aktivitäten im Bildungssponsoring zu koordinieren. „Bundesweit wird der Unterricht mit der Experimentierkiste bereits an über 100 Grundschulen umgesetzt“, berichtet Beck. „Wir möchten, dass auch die Kinder in unserer Region von diesem Projekt profitieren.“ Ganz uneigennützig ist das Engagement nicht: Bilfinger Berger braucht schließlich auch in Zukunft fähige Ingenieure.

Lernen im „Aldi Süd Hörsaal“

Ähnliche Motive haben Unternehmen, die Hochschulen finanziell unterstützen. Der Audimax der Fachhochschule Würzburg heißt zum Beispiel seit dem laufenden Semester „Aldi Süd Hörsaal“. Der Discounter sponsert als Gegenleistung die anstehende Renovierung und bekommt für die nächsten fünf Jahre die Namensrechte. Davon erhofft sich Aldi ein besseres Image bei den Studenten.

Vodafone will die Universitäten in München und Karlsruhe, die beim Exzellenzwettbewerb siegreich waren, kostenlos mit Kommunikationstechnik ausstatten. Und die Liste der Unternehmen, die Lehrstühle finanzieren, wird immer länger: Die Beweggründe reichen vom guten Kontakt zur Forschung bis zum rein gesellschaftlichen Engagement. So sponsert Schering einen Lehrstuhl für biologische Chemie der TU Berlin, die Allianz fördert eine geisteswissenschaftliche Gastprofessur an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität.

Spendabler Softwarehersteller

Mit ihrem Engagement orientieren sich die Unternehmen an SAP, einem der Vorreiter beim Bildungssponsoring. Hasso Plattner, Mitgründer der Softwareschmiede, stiftete schon Ende der neunziger Jahre ein nach ihm benanntes Institut für Informatik an der Uni Potsdam. Darüber hinaus rüsten die Walldorfer deutschlandweit bereits mehr als 200 Schulen und Hochschulen kostenlos mit ihrer Software aus. Für SAP ist damit noch lange nicht Schluss: Allein im vergangenen Jahr sind 28 Bildungseinrichtungen zum Kreis der Gesponserten neu hinzugekommen.

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