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Akademisierungsdrang : Nur wenige Gymnasiasten wollen Ausbildung machen

  • Aktualisiert am

Abitur - und dann? Die Meisten wollen studieren. Bild: dpa

Die Betriebe suchen händeringend nach guten Azubis. Zumindest an den Gymnasien werden sie diese weiterhin kaum finden: Ein großer Teil der dortigen Schüler wollen studieren. Was genau, wissen viele aber nicht.

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          Über 80 Prozent der Gymnasialschüler und Abiturienten wollen studieren, weitgehend unabhängig vom Bildungshintergrund der Eltern. Nur noch zehn Prozent interessieren sich für eine Berufsausbildung. Das geht aus einer Online-Umfrage der auf Studienfinanzierung spezialisierten Deutsche Bildung AG unter 877 Schülern hervor. „In unserem SchulhofBarometer konnten wir einen deutlichen Trend zum Studium belegen“, sagt Anja Hofmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Bildung. Über 80 Prozent der deutschlandweit befragten Schüler und Abiturienten, die bereits Pläne für ihre Zukunft gemacht haben, wollen direkt nach dem Abitur oder spätestens nach einer Zwischenphase ein Hochschulstudium antreten.

          „Überrascht hat uns das Ergebnis, dass der Studienwunsch weitgehend unabhängig vom Bildungshintergrund der Eltern zu sein scheint“, sagt Hofmann. Kinder von Eltern, die studiert haben, wollen nur geringfügig häufiger an die Hochschule als Kinder nicht-akademischer Eltern. „Wir lesen daraus ab, dass die Hemmschwelle zu studieren geringer und die Rolle der Herkunft schwächer geworden ist“, sagt Hofmann. Eine Berufsausbildung streben hingegen nur noch zehn Prozent der befragten Gymnasialschüler und Abiturienten an. 

          Die Umfrage hat darüber hinaus deutlich gemacht, dass Schülern die Entscheidungsfindung sehr schwer fällt. 40 Prozent wissen nicht, wie es nach der Schule für sie weitergeht, ein Großteil gibt Probleme an, sich unter der Vielzahl der Möglichkeiten zu entscheiden. „Bei über 16.000 Studiengängen allein in Deutschland und den vielfältigen Möglichkeiten, ein so genanntes gap year einzulegen oder ins Ausland zu gehen, verwundert dieses Ergebnis jedoch kaum“, so Hofmann.

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