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Afghanische Schülerinnen : Die Mädchen und der Roboter

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Hohe Schule: Mit Technik und Computern könne man sich auch in Herat ernsthaft beschäftigen, versichert das afghanische Schülerinnen-Sextett. Bild: Matthias Lüdecke

Als Donald Trump sie nicht nach Amerika lassen wollte, wurden sechs Schülerinnen aus Afghanistan berühmt. Jetzt berichten sie über Studienträume und Technikkurse in Herat.

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          Die sechs afghanischen Mädchen tragen alle die gleiche Kleidung, wie eine Sportmannschaft: schwarze Hosen, weiße Schuhe und über den bunten T-Shirts einen dünnen grauen Mantel. Ein schwarzer Hidschab bedeckt das Haar jeder Schülerin, doch vorne lugen bei jeder ein paar Strähnen hervor. Inmitten der rund 700 Computerexperten aus aller Welt, die zu einer IT-Konferenz in Potsdam angereist sind, wirken die jungen Frauen etwas fremd. Umso dichter rücken sie um den Tisch zusammen, auf dem sie das Ergebnis ihrer Arbeit aufgebaut haben. Es ist eine kleine Erntemaschine, ein Roboter, wie sie sie nennen.

          Unkundige könnten das Ding für eine Art Baukasten-Modell halten. Drähte hängen an der Metallkonstruktion. Hinten befindet sich ein Kasten aus Holz, vorne sind scharfe Scheren angebracht. „Der Roboter schneidet das Getreide, dann transportiert er es zu einem Behältnis, wo es gesammelt wird“, sagt die 16 Jahre alte Kawsar Roshan. „Dort wird es verpackt.“ Die Mädchen kommen aus der Stadt Herat im Nordwesten Afghanistans. Dass sie kürzlich die Konferenz „Agile Testing Days“ in einem Potsdamer Hotel besuchen konnten, ist dem Engagement vieler Menschen zu verdanken. In Herat gehen sie auf eine Schule, wo Mädchen Computerkurse besuchen dürfen. Initiatorin dieser Kurse ist Roya Mahboob, eine afghanische Geschäftsfrau und Computerexpertin mit Kontakten in die Vereinigten Staaten und nach Westeuropa. Das „Time Magazine“ zählte sie im Jahr 2013 zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Für die Schülerinnen ist sie ein Vorbild. „Ich will werden wie sie und dafür kämpfen, dass Mädchen und Frauen in Afghanistan bessere berufliche Chancen bekommen“, sagt Kawsar Roshan.

          Auf der Konferenz schauen sie, ihre fünf Mitstreiterinnen und ihre beiden Betreuer Präsentationen über Roboter an und sehen in Workshops zu, wie die ITler Probleme lösen. Es ist aber nicht möglich, mit ihnen direkt ein Interview zu vereinbaren oder ihre beiden Betreuer persönlich zu kontaktieren. Wie bei großen Stars läuft alles über eine PR-Agentur, die auch Kontrolle darüber verlangt, welche wörtlichen Zitate der Mädchen in der Zeitung abgedruckt werden. Die Schülerinnen sprechen nur ein bisschen Englisch. Ihr Betreuer, ein 24 Jahre alter afghanischer Ingenieur, übersetzt in ihre Muttersprache. Er redet leise, sein Englisch ist teilweise schwer zu verstehen. Bei dem Gespräch ist auch eine Vertreterin von „GoFundMe“ dabei, der Internetplattform, über die Spenden für diese Deutschland-Reise der Schülerinnen eingeworben wurden. Die Frau sagt begeistert, dass sie in den Mädchen „vielleicht künftige afghanische Ingenieurinnen“ sieht. Ob das realistisch ist, bleibt offen. Wie andere Fragen auch. Zum Beispiel: Was lernen die Schülerinnen wirklich auf einer Konferenz, wo sich erfahrene IT-Fachleute austauschen?

          Das deutsche Essen mögen sie nicht

          In den Pausen bedienen sich die Mädchen vor allem an den Obsttellern. Das deutsche Essen mögen sie nicht, lassen sie übersetzen, da es so stark verarbeitet sei. Die 14 Jahre alte Fatemah Qaderayn sagt, dass sie schon gespannt sei auf alle Informationen, die sie hier bekommen kann – „nicht nur über Computer, sondern zum Beispiel auch über die Musik“. All das neue Wissen werde sie im Unterricht und für ihre Computerprojekte nutzen.

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