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Davos-Treffen : 27 Unis produzieren mehr Forschung als ganze Industrienationen

  • Aktualisiert am

Ein Teil der Gruppe aus Top-Universitäten: Harvard Bild: AP

27 Top-Universitäten bilden eine Gruppe, die das World Economic Forum unterstützt. Wären die 27 eine Nation, würden sie mehr Forschungsergebnisse hervorbringen als ganze Industriestaaten.

          2 Min.

          Eine kleine Gruppe von 27 global führenden Universitäten produzieren mehr Forschungsergebnisse als manch große Industrienation. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Magazins „Times Higher Education“ und des Wissenschaftsverlags Elsevier, die sich mit dem Einfluss der 27 Mitglieder des „Global University Leaders Forum“ (GULF) beschäftigt und in diesen Tagen auf dem World Economic Forum (WEF) in Davos vorgestellt werden soll.

          Das “Global University Leaders Forum“ ist ein Gremium aus 27 Präsidenten von wichtigen Universitäten, die sich mit wichtigen Bildungsthemen beschäftigen und auch das derzeit stattfindende Treffen des World Economic Forums mit Forschungsergebnissen unterstützen. Die Mitgliedschaft richtet sich nach verschiedenen Kriterien, etwa dem Abschneiden in Rankings, nach geografischer Vielfalt, aber auch nach der Relevanz der jeweiligen Forschung für die Agenda des WEF. Mit dabei sind etwa Oxford und Cambridge, Harvard, Yale, Stanford und Princeton. Auch zwei chinesische Unis, die Universitäten in Peking und Tsinghua sind Mitglieder, ebenso wie die japanischen Universitäten in Tokio and Keio. Aus Europa sind unter anderem die ETH Zürich und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne dabei, aber keine deutsche Hochschule.

          Mehr als 7 Prozent der Forschungsergebnisse der ganzen Welt

          Der Untersuchung zufolge veröffentlichen die 27 GULF-Universitäten zusammen mehr als 7 Prozent der Forschungsergebnisse der ganzen Welt. Wären die 27 Hochschulen eine Nation, wären sie der drittgrößte Wissenschaftsproduzent der Welt - nach den Vereinigten Staaten und China und vor Deutschland. Hierzulande werden demnach nur 6,1 Prozent der wissenschaftlichen Ergebnisse auf der ganzen Welt produziert. Aus Großbritannien stammen ebenfalls 6,1 Prozent und aus Japan 5 Prozent. „Times Higher Education“ verfasst eines der bekanntesten Uni-Rankings der Welt.

          Die 27 Universitäten werben jährlich mehr als drei Milliarden Dollar an Geldern aus der Industrie und sonstigen Wirtschaft ein. Durchschnittlich sind das 62.000 Dollar je Fakultätsmitglied. Zum Vergleich: Der Durchschnitt für alle Mitglieder des Times Higher Education Uni-Rankings beträgt nur 26.000 Dollar. Die Gruppe ist außerdem verantwortlich für 15,4 Prozent aller Forschungsergebnisse, die in den Patenten der Welt zitiert werden. Damit liegen sie auf dem zweiten Platz hinter den Vereinigten Staaten als Gesamtnation. Und gemeinsam mit Unternehmen haben sie in den vergangenen fünf Jahren fast 45.000 Veröffentlichungen auf den Markt gebracht. Die Universitäten der Gruppe arbeiten am häufigsten mit Microsoft, IBM, Glaxo Smith Kline, Pfizer und Google zusammen.

          Alice Gast, die Vorsitzende der GULF-Gruppe und Präsidentin des Imperial College London sagte: „Universitäten sind das Herz gesellschaftlichen und ökonomischen Wachstums. Ihre Entdeckungen und ihre talentierten Absolventen bringen neue Unternehmen und gesellschaftliche Innovationen hervor.“

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