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Berufsleben : Der Wert der Zuverlässigkeit

Jeder Handgriff muss zuverlässig sitzen, denn im Rennen geht es um jede Zehntelsekunde: Boxenstopp-Übung des Mercedes-Formel-1-Teams vor dem Rennen in Barcelona Bild: Imago

Zuverlässigkeit gibt in unberechenbaren Zeiten Halt und ist für flexible Arbeitsmodelle Voraussetzung. Doch manchmal steckt auch viel Charme in der Spontaneität.

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          Übrigens, tut mir leid, schaffe ich heute nicht mehr. Melde mich morgen. Huuups, wird wieder später. Sorry. Mir ist nicht gut, muss mich krankmelden. Die Tabelle ist mir durchgerutscht, liefere sie Ihnen morgen.“ Oder übermorgen oder am Sankt-Nimmerleins-Tag. Ein kurzer Anruf, eine flüchtige E-Mail, eine knappe Whatsapp-Nachricht oder einfach abtauchen, ohne Arbeit abzuliefern – sich auf andere nicht verlassen zu können erzeugt das ungute Gefühl, selbst verlassen zu sein, von vielen guten Geistern und der Tatsache, seriös arbeiten zu können. „Wir erwarten von unseren Mitarbeitern Zuverlässigkeit“, diese Floskel taucht häufig in Bewerbungsprozessen auf. Denn die Rückbesinnung auf jene altbewährte Eigenschaft erlebt eine Renaissance. In einer unbeständigen, von Krisen und Krieg geschüttelten Welt sehnen sich Menschen nach Stabilität. Dazu gehört es, sich auf ein Wort, eine Zusage verlassen zu können. Zuverlässigkeit vermittelt ein Gefühl der Sicherheit.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Studien dazu, wie gefragt die Zuverlässigkeit im Berufsleben genau ist, sind schwer zu finden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bietet zumindest eine Untersuchung für eine Berufsgruppe, die Ingenieure. Die IAB-Wissenschaftler haben sich Stellenausschreibungen in dieser Zunft genauer angesehen. In 64 Prozent der Stellenanzeigen sind überfachliche Kompetenzen als Anforderung gefragt, am häufigsten fordern Betriebe personale und sozial-kommunikative Kompetenzen. Zuverlässigkeit wird in 26 Prozent der Anzeigen genannt, damit ist sie tatsächlich die am häufigsten nachgefragte überfachliche Einzelkompetenz, gefolgt von Teamfähigkeit mit 22 Prozent.

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