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Studienabbrecher : Weniger Geld ohne Abschluss

Lehre an der Uni Tübingen vor Corona Bild: dpa

Einer ZEW-Studie liegt das Einkommen von Studienabbrechern 25 Prozent unter dem von Personen mit Uni-Abschluss. Doch zwischen den untersuchten Ländern gibt es erhebliche Unterschiede.

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          Immer mehr junge Menschen entscheiden sich heutzutage für ein Studium – nicht alle ziehen es aber auch bis zu einem Abschluss durch. Wie sich das auf Einkommen und Beschäftigung auswirkt, hat nun das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim untersucht. Der aktuellen Studie zufolge, an der rund 24.600 Menschen zwischen 25 und 64 Jahren teilgenommen haben, liegt das Einkommen von Studienabbrechern in Europa durchschnittlich acht Prozent über dem Einkommen von Beschäftigten, die nie an einer Hochschule eingeschrieben waren, allerdings 25 Prozent unter dem Einkommen von Personen mit Studienabschluss. Letztere hätten auch deutlich bessere Beschäftigungschancen als Studienabbrecher.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dabei zeigen sich zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den 18 untersuchten europäischen Ländern: „In Irland, Großbritannien, den Niederlanden, Slowenien, Slowakei und Polen gibt es Einkommensunterschiede von mehr als zehn Prozent. Hier verdienen Studienabbrecher deutlich mehr als Beschäftigte mit mittlerem Bildungsabschluss“, sagt Mitautorin Theresa Bolz. In den meisten europäischen Ländern gebe es diese Gehaltsunterschiede dagegen nicht. Studienabbrecher verdienten in Europa selten erheblich mehr als Beschäftigte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem vergleichbaren Schulabschluss.

          Mehr Beratung von Studierenden

          Während Personen mit Hochschulabschluss in Dänemark etwa zehn Prozent mehr verdienen als Studienabbrecher, sind es in Zypern, Deutschland und Polen rund 35 Prozent. „Diese großen Differenzen zwischen einzelnen Staaten dürften aus der unterschiedlichen Arbeitsmarktflexibilität und der Größe der Gruppe der Hochschulabgänger resultieren“, sagt Mitautor Francesco Berlingieri. Auch das Geschlecht der Beschäftigten und die Branche, in der sie arbeiten, hat der ZEW-Studie zufolge Einfluss auf das Einkommen – so wie in anderen Berufsgruppen auch.

          „Das Einkommensgefälle zwischen Hochschulabsolventen und Studienabbrechern ist bei weiblichen Beschäftigten größer als bei männlichen. Hier dürfte die höhere Teilzeitbeschäftigung von Frauen eine Rolle spielen“, so Berlingieri. Studienabbrecher würden in der Privatwirtschaft zudem besser bezahlt als in der öffentlichen Wirtschaft, möglicherweise weil im öffentlichen Sektor formale Abschlüsse wichtiger seien. Wie es in der Untersuchung weiter heißt, hätten Studienabbrecher in Europa im Durchschnitt eine um neun Prozent niedrigere Beschäftigungswahrscheinlichkeit als Personen mit abgeschlossenem Studium.

          Das ZEW rät den Regierungen dazu, stärker auf Maßnahmen zu setzen, um den Studienerfolg zu erhöhen – etwa eine intensivere Beratung von Studierenden oder ein Zertifikat zur Hochschulqualifikation, welches in Großbritannien schon nach einem Hochschuljahr ausgestellt wird.

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