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Keine feste Quote : Zalando will mehr Frauen in die Chefetage holen

Die Zalando-Vorstände David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter Ende Februar 2019 Bild: dpa

Den Zalando-Aufsichtsrat führt seit Mai eine Frau, im Vorstand gibt es keine. Der kündigt jetzt an, für mehr Diversität in den oberen Eben sorgen zu wollen.

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          Der Online-Modehändler Zalando will innerhalb der kommenden vier Jahre ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen in den sechs obersten Führungsebenen erreichen. „In den letzten elf Jahren lag unser Fokus klar auf der Etablierung und dem Wachstum unseres Geschäfts und wir haben nicht genug Anstrengungen unternommen, um dem entstandenen strukturellen Ungleichgewicht entgegenzuwirken“, teilte der Ko-Vorstandsvorsitzende Rubin Ritter am Dienstag mit. „Uns ist bewusst, dass es unseren Führungsteams an Diversität fehlt und wir arbeiten intensiv daran, das zu ändern“, sagte Ritter.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Das Unternehmen war im Frühjahr des Jahres dafür kritisiert worden, dass sein Aufsichtsrat die zu erreichende Frauenquote im Vorstand zuletzt auf „null Prozent“ festgesetzt hatte. Da ist Zalando allerdings keine Ausnahme, solche Formulierungen gibt es immer wieder in Geschäftsberichten. Gleichwohl hat der Online-Modehändler immer betont, wie wichtig Diversität für das Berliner Unternehmen ist, der rein männliche Vorstand war in dem Zusammenhang kritisiert worden. Zuletzt hatten die drei Ko-Vorstandsvorsitzenden den Vorstand mit zwei weiteren Männern auf fünf erweitert.

          Müssen Männer Positionen abgeben?

          Bis Ende 2023 soll der Anteil von Männern und Frauen in den sechs Führungsebenen jeweils zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Eine exakte Quote gibt es nicht. Zalando hat sich für die kommenden fünf Jahre ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt, das Bruttowarenvolumen, das die Ausgaben der Kunden für Waren auf der Plattform und durch Partnerprogramme misst, soll bis 2023/2024 von aktuell 6,6 Milliarden Euro auf 20 Milliarden wachsen.

          Dass in Zukunft mehr Frauen in die Führungsebenen kommen sollen, bedeutet nicht automatisch, dass Männer ihre Position abgeben. Eine Erweiterung der Führungsebenen im Rahmen des generellen Unternehmenswachstums wäre grundsätzlich auch denkbar, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Zalandos Aufsichtsrat führt mit Cristina Stenbeck seit Mai wieder eine Frau, im Vorstand gibt es keine. In den vier Ebenen darunter liegt der Anteil zwischen 22 und 36 Prozent.

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