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Auszubildende : Wenig Geld und Überstunden

Bei ihnen läuft es rund: Azubis in der Industrie, wie hier in einem Unternehmen, das Industrieanlagen fertigt, sind mit den Bedingungen ihrer Ausbildung sehr zufrieden Bild: ZB

Azubis in der Industrie und im Bankwesen sind sehr zufrieden mit den Bedingungen ihrer Ausbildung. In anderen Branchen sind die Lehrlinge weniger glücklich.

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          Angehende Industriemechaniker, Industrie- und Bankkaufleute sind mit den Bedingungen ihrer Ausbildung sehr zufrieden. Sie haben die höchsten Ausbildungsvergütungen und müssen auch nur selten Überstunden machen. Ganz anders ergeht es demgegenüber etwa angehenden Hotelfachleuten, Köchen, Zahnarzthelfern oder Friseuren. Sie werden von ihren Lehrbetrieben trotz einer ohnehin geringeren Ausbildungsvergütung recht häufig zu unbezahlten Überstunden herangezogen. Das zeigt ein vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) veröffentlichter Ausbildungsreport, für den insgesamt gut 18.000 Jugendliche befragt wurden.

          Wovon Auszubildende leben

          Im Durchschnitt aller Berufe äußerten sich 71,4 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. „Das ist zwar erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor Probleme gibt und gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen wird“, sagte DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ging der Anteil der Zufriedenen damit um 1,4 Prozentpunkte zurück. Bei der Erstauflage des Reports im Krisenjahr 2009 hatte de DGB sogar eine Zufriedenheitsquote von 75,5 Prozent ermittelt.

          Ein Grund für den gemessenen Rückgang könnte sein, dass sich im Vergleich zum Vorjahr der Anteil der Teilnehmer aus dem Osten unter den Befragten erhöht hat. Dort sind beispielsweise die Ausbildungsvergütungen um bis zu 40 Prozent niedriger als im Westen. Angehende Bank- und Industriekaufleute gaben in der Umfrage im bundesweiten Durchschnitt eine monatliche Vergütung von mehr als 900 Euro im dritten Lehrjahr an; Bankkaufleute stehen mit 964 Euro vor einer ganzen Reihe von Industrieberufen an der Spitze. Demgegenüber ist insbesondere die Friseurausbildung mit 525 Euro im dritten Lehrjahr eher karg bezahlt. Für Friseurlehrlinge im Osten Deutschland ermittelte der DGB im Durchschnitt aller Ausbildungsjahre sogar nur einen Betrag von 269 Euro im Monat.

          Höchstgrenze für Minderjährige überschritten

          Nach der Zahl der Überstunden stehen indessen Köche und Hotelfachleute an der Spitze der Skala. 64 Prozent der Lehrlinge aus diesen Berufen berichteten von regelmäßiger Mehrarbeit, und zwar in einem Umfang von durchschnittlich mehr als sieben Stunden. Unter den Industriemechanikern berichteten dagegen wenige als 20 Prozent von regelmäßiger Mehrarbeit. Auch für Bankkaufleute sind Überstunden selten.

          Deutliche Hinweise auf Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz liefert Haggemiller zufolge beispielsweise die Erkenntnis, dass unter den minderjährigen Befragten 13 Prozent ihre Wochenarbeitszeit mit mehr als 40 Stunden bezifferten, obwohl dies die gesetzliche Höchstgrenze für Minderjährige ist. Immerhin sei der Anteil aber im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozentpunkte gesunken.

          Daneben gaben gut 5 Prozent der Befragten an, dass sie die Zeiten des Berufsschulunterrichts regelmäßig im Betrieb nacharbeiten müssen. Hier sei eine gesetzliche Klarstellung notwendig, dass auch Berufsschulzeit als Ausbildungszeit zu zählen sei, verlangte Haggemiller. Der Arbeitgeberverband Nordmetall reagierte erfreut auf das gute Abschneiden der Industrieberufe in der Studie: Gleich vier der fünf besten Berufe seien Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie. Offensichtlich seien auch die Jugendlichen überzeugt, dass die Ausbildung in den Metallunternehmen „hervorragend“ sei, lobte der Verband.

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