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Anbiedern beim Chef : Auf der Schleimspur

Bild: dpa

Sie finden immer toll, was der Chef macht, und sagen das allen. Persönlich oder mit vielen Herzchen in sozialen Medien. Dabei bemerken Schleimer kaum, wie sie das Arbeitsklima vergiften.

          6 Min.

          Phantasielosigkeit in der Arbeitswelt mag ein Problem sein. Aber wenn es um einen bestimmten Kollegentypus geht, ist es damit vorbei. Dann sprudeln die Begriffe nur so: Speichellecker, Chefzäpfchen, Hofschranze, Groupie oder Brown-Nose. Für die Schleimer in der Belegschaft besteht kein Mangel an pointierten, wenn auch wenig schmeichelhaften Bezeichnungen. Für jene Spezies also, die über jeden auch noch so misslungenen Witz des Chefs schallend lacht, peinlicherweise einen auf Chefkumpel macht, vorauseilend gehorsam ist und immer alles ganz, ganz toll findet, was aus der Führungsetage kommt. Jedenfalls nach außen hin. Fälle zum Fremdschämen allesamt.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zum Teil sind Schleimer sogar recht erfolgreich mit dieser Methode. Wie textete schon die Hamburger Band Deichkind in ihrem Lied „Bück dich hoch“: „Klick dich, fax dich, mail dich hoch / Grapsch dich, quetsch dich, schleim dich hoch / Kick dich, box dich, schlaf dich hoch.“

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